Zahlen, bitte

Aufwärts ging es im vergangenen Jahr für die Spielwarenbranche. Ihr Umsatz kletterte auf eine höhere Stufe. Foto: 106313/photocase.com

Es ist kompliziert, im Internet Fakten über den Markt für Karten- und Brettspiele zu finden. Zumindest, wenn mann dafür kein Geld zahlen möchte. Nur wer in unterschiedlichen Studien blättert, entdeckt interessante Daten.

Rekordplus im Vorjahr
"Die Spielwarenbranche hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr mit klassischen Spielwaren auf 2,41 Milliarden Euro gesteigert", informiert der Bundesverbands deutscher Spielwaren-Einzelhändler. Das entspricht laut Eurotoys einem Plus von etwa fünf Prozent. "Damit verzeichnet der Markt für klassisches Spielzeug die höchsten Steigerungsrate seit 1991." Werner Lenzner, Chef-Marktforscher der npdgroup Deutschland, analysiert diese Entwicklung im O-Ton:

Werner Lenzner, Chef-Marktforscher der npdgroup Deutschland über den Spielwarenmarkt

Blick in die Glaskugel
Damit auch 2010 die Kasse klingelt, setzen Spielwarenfachhändler auf Neuheiten und Weiterentwicklungen. Sie möchten damit in diesem Jahr jeden zweiten Euro umsetzen. Ob das klappt, hängt laut dem "Branchenfokus Spielwaren 2010" nicht nur von der allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher ab. Maßgeblich geprägt würde der Markt durch den soziodemografischen Wandel. Die klassische Zielgruppe der Kinder verlieren an Bedeutung. Gleichzeitig verändere sich deren Spielverhalten, womit die Nachfrage nach Sport- und Fan-Artikeln sowie digitalem Spielzeug zunehme.

Etwa 3,9 Millionen Kindern und Jugendliche zwischen sechs und 13 Jahren besitzen laut KidsVerbraucherAnalyse Spielkonsolen oder Handspielgeräte (68 Prozent). Dennoch sind Brett- und Kartenspiele (80 Prozent), Puzzles (69 Prozent) oder Plüschtiere (60 Prozent) aus ihren Zimmern nicht wegzudenken. "In den vergangenen zwei Jahren haben Video-Spiele einen deutlichen Schub nach vorne machen können und mit mehr als 200 Millionen Euro Umsatzgewinn ihre Position wesentlich verbessert. Ihr Anteil im Vergleich zu traditionellem Spielzeug (ohne Bastelbedarf) hat mit etwa einem Drittel einen Höchstwert erreicht. Im Fokus des Verbraucher stehen zudem Papier- und Pappspiele. Seit Jahren haben sie konstante Zuwächse und mit 611 Millionen Euro einen neuen Umsatzhöchstwert erreicht. Gesellschaftsspiele und der stärker wachsende Bereich der Reise- und Mitnahmespiele profitieren von einer stabilen Nachfrage der Erwachsenen. Diese sind damit etwas weniger modeabhängig als Kinderspiele", schreiben die Herausgeber des "Branchenfokus Spielwaren 2010".

Auswirkungen der Wirtschaftskrise
"Die Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren in den Haushaltskassen und damit bei den Kindern. Eltern schraubten die Ausgaben bei Bekleidung und Spielzeug etwas zurück. Sie kürzten das Taschengeld der älteren Kindern und das ein oder andere muss der Nachwuchs nun aus eigener Tasche bezahlen. Dennoch ist das Vermögen aus regelmäßigen Barzuwendungen und Geldgeschenken weiterhin beachtlich. Hochgerechnet fast 2,5 Milliarden Euro kommen jährlich zusammen und werden bevorzugt für Süßigkeiten, Zeitschriften und Eis ausgegeben. Weitere 3,6 Milliarden Euro schlummern auf Sparkonten", heißt es in der KidsVerbraucherAnalyse.

Übrigens: 40 Prozent aller Spielwarenumsätze wurden 2008 im Spielwarenfachhandel erzielt. Es folgen Kauf- und Warenhäuser (17 Prozent), Verbrauchermärkte (15 Prozent), Online/Internet (9 Prozent), Discountmärkte (4 Prozent) und der Versandhandel (3 Prozent). Andere Vertriebskanäle erreichten 12 Prozent.

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