Wortspiele im Unterricht

Wie lernen Kinder? Im Spiel. Im Spiel erfahren sie die physikalischen Grundgesetze wie Wasserverdrängung oder Hebelwirkung. Im Spiel erlernen sie auch die so wichtigen Fähigkeiten des sozialen Miteinanders. Im Spiel lernen sie ihre eigenen Grenzen und die Grenzen der anderen kennen, lernen Strategien zu entwickeln, Regeln zu befolgen und sich auch mit dem Spielausgang abzufinden.

Später zählt dann nur noch „ohne Fleiß kein Preis“ und die meisten Menschen denken bei Spiel oft nur an scheinbar sinnlos vertane Zeit und Spaß ohne Sinn und Zweck. Schließlich sind wir eine leistungsorientierte Gesellschaft. Arbeit spielt eine große Rolle, auch beim Thema Selbstwert. Solche Glaubenssätze sind tief in uns verankert, aber falsch.

Spielen im Fremdsprachenunterricht hat wunderbare Eigenschaften. Ich nutze gerne spielerische Methoden, um meine Teilnehmer vom eigentlichen Lernen abzulenken. Mit Spielen haben sie gemeinsam Spaß und empfinden meinen Unterricht als leicht. Im freiem Spiel nehmen Schüler die Rolle einer anderen Person an und setzen eine Situation szenisch um. Beim Regelspiel spielen wir Brettspiele nach festen Regeln oder „packen unseren Koffer“, auf Englisch der Unterschied zwischen „play“ und „game“.

Spiele haben einen großartigen Vorteil: Das Lernen wird vergessen. Wer spielt, taucht in die kindliche Welt ein, bei der Fantasie und Kreativität im Vordergrund stehen und Fleiß und Hausaufgaben in den Hintergrund geraten. Hierarchische Unterschiede in der Lerngruppe werden überwunden. Die Atmosphäre wird lockerer, die Teilnehmer fühlen sich wieder frischer und voller Energie. Spielen ist eine menschliche Tätigkeit, die universal alle Kulturen und Altersstufen durchzieht. Der Spielende kann in einer anderen Welt experimentieren, genießt den kinästhetischen Umgang mit dem Material, den Umgang mit den Mitspielern und den ungewissen Ausgang des Spiels. Die Lust am Gewinnen kann natürlich auch ein großer Motivator sein.

Damit das Spiel im Englischunterricht Sinn macht, sollten Lehrer sich Gedanken über folgende Fragen machen:

  • Welchen Zweck soll das Spiel haben? (Vokabelvermittlung, Anwendung von Telefonphrasen, Diskussionsfähigkeit schulen etc.)
  • Welche Voraussetzungen brauchen die Teilnehmer und haben alle diese Voraussetzungen?
  • Sind die Regeln klar und werden klar vermittelt?
  • Steht der Spielleiter/Englischtrainer voll dahinter und bietet und leitet das Spiel voller Enthusiasmus an?
  • Bietet das Spiel spannende Momente?
  • Gibt es eine Möglichkeit, Resultate festzuhalten?
  • Wie viele Sinne werden angesprochen?
  • Welche Übungen können das Spiel inhaltlich vor- und nachbereiten?

Spielleiter sollten im spielerischen Fremdsprachenunterricht darauf achten, dass keine Skeptiker die restliche Gruppe negativ beeinflussen. Dies sind meiner Erfahrung nach Ausnahmen, aber es kann passieren. Manche Teilnehmer können leider nicht vertrauensvoll den Anweisungen des Trainers folgen, sondern brauchen Extrabeachtung oder eine Begründung. Seien Sie hier sensibel und überfallen Sie solche Teilnehmer nicht, sonst fällt das gesamte Spiel ins Wasser. Meiner Erfahrung nach freuen sich aber die meisten Schüler, auch im Bereich Business English, immer, wenn Würfel oder Karten ausgepackt werden. Bei mir liegt das daran, dass ich von der ersten Stunde an Wert auf einen multisensorischen und spielerischen Ansatz lege. Und meine Schüler erwarten das dann sogar von mir.

Hier ein paar Ideen für Spiele:
Vokabeltraining: Koffer packen
Umschreiben üben: Taboo
Umsetzung von Kommunikationsstrategien: Rollenspiele (zum Beispiel: Projekt Tag der offenen Tür für das Unternehmen organisieren)
Verhandlungen: Tauschbörse mit einem roten Paperclip (Anleitung im Internet)

Nicole Tomberg ist Trainerin für Business English in Bingen, Mainz und Wiesbaden und gibt auch Lerntipps in ihrem Blog www.http://wordpress.englischtraining.com


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