Viel Umsatz mit Spielgeld

Die Krise machte in 2010 einen Bogen um deutsche Kinderzimmer: Eltern und Großeltern zeigen sich bei ihren Spielzeugausgaben spendabel und sorgen für steigende Umsätze.

Mit einem Gesamtumsatz von etwa 400 Millionen Euro haben Kinder- und Gesellschaftsspiele inklusive Puzzles ihre Position als stärkstes Segment im Gesamtspielwarenmarkt behauptet. Kinderspiele verzeichnete in den vergangenen drei Jahren ein Wachstum von etwa 30 Prozent. Das teilte die Fachgruppe Spiel in einer Presseinformation mit.

Den Spieleverlagen sei es gelungen, kleinere Schwächen bei spielerischen Sonderformen (wie zum Beispiel Trading Cards) auszugleichen. Ähnliches gelte für die natürlichen Schwankungen, denen die üblicherweise sehr hohen Verkaufszahlen preisgekrönter Spiele unterliegen. Im Geschäftsjahr 2010 sorgte vor allem „Schlag den Raab“ von Ravensburger für Umsatz. Auch das noch relativ junge Engagement von Lego im Spiele-Bereich trüge dazu bei, die Akzeptanz von Spielen beim Verbraucher auf hohem Niveau zu halten.

Neben der Brett- und Kartenspielverlagen konnten sich auch andere Spielzeughersteller über ein Umsatz-Plus freuen, sagt Werner Lenzner, Director Central Europe, npdgroup deutschland GmbH.
“Der Spielwarenmarkt hat in 2010 meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Mit einem Wachstum in Deutschland von knapp sechs Prozent muss man sagen, das ist schon eine richtig tolle Leistung, die ich so nicht erwartet habe”.

Fachhändler weiter vorne

Der stationäre Spielwaren-Fachhandel bleibt laut dem Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) mit knapp 39 Prozent Umsatzanteil die wichtigste Einkaufsstätte für Spielzeug. 16 Prozent aller Spielzeugausgaben würden über das Internet getätigt, Tendenz steigend. Stationäre Fachhändler verkauften Spielzeug nicht nur im Ladengeschäft, sondern auch über das Internet: So gehe inzwischen jeder achte im Internet ausgegebene Spielzeug-Euro an den internetaktiven Fachhandel. Viele Spielwaren-Geschäfte und Fachmärkte verkaufen laut BVS neben klassischen Spielwaren zunehmend Geschenk-, Buch-, Schreib- und Schulartikel sowie Kindertextilien und Babyartikel. Fischel: „Der klassische Spielwaren-Händler entwickelt sich mit Unterstützung seiner Einkaufskooperation zum Kinder- und Freizeit-Spezialisten. Händler-Sonderaktivitäten wie zum Beispiel Schulranzen-Partys, Drachenfeste, Kindermodenschauen, Spieleabende, Sammelkartenbörsen, Teddybär-Festival und Veranstaltungen zum Kindertag spiegeln die Vielfalt der Branche wider.“

“Zeichen erkannt”

Die Neue Osnabrücker Zeitung kommentiert diese Entwicklung folgendermaßen: „Ob Finanzkrise oder nicht, die Spielwarenbranche legt stetig an Umsatz zu. Das liegt einerseits an der immer wieder zitierten Weisheit, dass am Kind zuletzt gespart wird. Andererseits aber auch daran, dass die Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ob Brettspiel-Verlage oder Branchenriesen wie Lego und Playmobil, die Unternehmen bedienen zunehmend den Wunsch des Handels, qualitativ hochwertiges Spielzeug in der Preiskategorie bis 20 Euro herzustellen. Spielzeug, für das das Taschengeld der Jungen und Mädchen ausreicht.

Diese Preisgrenze einzuhalten dürfte jedoch immer schwieriger werden. Weil die Kosten für Rohstoffe und Transporte zum Teil deutlich gestiegen sind. Und weil die Billiglöhner in der Spielzeugfabrik China immer mehr verdienen. Selbst große Unternehmen überlegen bereits, die Produktion wieder nach Europa zurückzuholen. Das hätte zwei Vorteile: Erstens würde das zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Und zweitens könnte die Herstellung der Spielwaren besser überwacht werden. Gerade Letzteres ist ein wichtiger Aspekt, haben jüngst doch immer wieder Berichte über belastetes Spielzeug, vor allem aus Fernost, die Verbraucher verunsichert.

Die Branche hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt: Die weltweit größte Spielwarenmesse firmiert in diesem Jahr unter dem Leitthema "Toys go green". Zu hoffen bleibt, dass dieses Motto genauso nachhaltig ist wie das von der Mehrheit der Eltern gewünschte Spielzeug.“

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