Unter Druck

Das Kartenspiel "Press ahead". Foto: HdM Stuttgart
Studenten der Hochschule der Medien (HdM) haben ein Kartenspiel rund um Themen aus der Drucktechnologie entwickelt und produziert. Verteilt wird „press ahead" ausschließlich auf der Druck-Fachmesse Drupa.

In zwei Semestern haben neun Studierende aus den Studiengang Druck- und Medientechnologie und dem deutsch-chinesischen Pendant das Kartenspiel von der Idee über die Konzeption bis zum fertigen Endergebnis hergestellt, in Eigenregie. Damit wollen sie Einsteigern mehr über den Druck vermitteln. Das Frage-Antwort-Spiel umfasst 120 Karten, aufgeteilt in die Themen Vorstufe, Druck, Weiterverarbeitung oder Versand, und wurde in fünf Sprachen aufgelegt. Die Fragen und Antworten haben sich die Studierenden selbst ausgedacht, auch die Übersetzung ins Englische, Chinesische, Russische und Spanische haben sie organisiert. Kommilitonen mit der jeweiligen Muttersprache haben sie unterstützt. "Natürlich hätten wir auch eine französische Version herstellen können. Jedoch hätte dies zusätzlich einen erheblichen Mehraufwand bedeutet. Wir haben uns als Gruppe dazu entschlossen, das Spiel auf fünf Sprachversionen zu begrenzen. Die Auswahl der Sprachen richtete sich nach einer Besucherliste der Drupa-Veranstalter. Hieraus wurde entnommen, welche Nationalitäten am häufigsten diese Messe besuchen. Da die Hochschule der Medien in Stuttgart eine Partnerhochschule in China hat, wurde auch eine chinesische Version des Spieles herausgebracht", erklärt der Student Florian Gradzielski.

Einfache und schwierige Fragen

Das Kartenspiel "Press ahead". Foto: HdM Stuttgart
„Press ahead" kann in zwei Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Beispiele für leichte Fragen aus dem Bereich "Druckvorstufe, Druck, und Druckweiterverarbeitung": Wofür steht die Abkürzung dpi? Für "document process index", für "data print image" oder "dots per inche"? Was ist Pantone? Ein Farbsystem, ein Grafikprogramm oder ein Messgerät? In der schwierigen Variante sollte man unter anderem wissen, welchen Klebstoff es gibt: PUR-Klebstoff, AHA-Klebstoff oder REM-Klebstof. Auch wer weiß, ob man unter Kollationieren die Überprüfung der zusammengetragenen Bogen, die Veredelung von Printprodukten oder die Selektion schlechter Bogen versteht, ist im Vorteil. Bei der Beantwortung der Fragen spielt die Verpackung der Karten, der Schuber, eine Rolle: Er zeigt durch gestanzte Löcher an, ob die Fragen richtig beantwortet wurden.

1,2 Millionen Karten von Hand sortiert

Das Spiel ist in den Druck-Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz gehalten. „ Damit soll – schon von weitem sichtbar – auf die Drucktechnik hingewiesen werden", erklärt Florian Gradzielski. Mit seinen Kommilitonen hat er insgesamt 7,5 Tonnen echten Spielkarten-Karton der Papierfabrik August Koehler AG verarbeitet. Für das Stanzen der Karten in einem Fünf-Tage-Marathon konnten sie das Demo-Zentrum von Polar Mohr nutzen. Für die Spiel-Auflage von 10.000 Stück wurden rund 1,2 Millionen Karten von Hand sortiert. „Hinter den Zahlen steckt viel Arbeit und eine Menge Geduld. Auf das Ergebnis sind wir sehr stolz. Wir haben etwas eigenes, von der Idee bis zum fertigen Endprodukt, geschaffen", berichtet Gradzielski. Auf dem Weg dorthin seien auch eine Reihe von Schwierigkeiten zu meistern gewesen. „Das hat einen wesentlichen Teil des Lernerfolges ausgemacht", findet er. Das war auch der Ansatz der beiden Projektbetreuer Prof. Dr. Thomas Hoffmann Walbeck und Sebastian Riegel: „Die Studenten haben Theorie direkt in die Praxis umgesetzt und Erfahrungen in den einzelnen Produktionsprozessen gesammelt."

Beispielsweise bedurfte es einer reibungslosen Koordination bei den Übersetzungen in fünf Sprachen. "Es mussten viele Fragen geklärt werden: Wer übersetzt welche Sprache? Wer übernimmt die Zweitkorrektur, um Fehler zu vermeiden? Bis wann soll das alles passieren? Um dieses vorgehen einigermaßen koordinieren zu können, haben wir uns eine konkreten Zeitplan erstellt", sagt Gradzielski. "Eine weitere Schwierigkeit, die uns erst am Ende des Projektes bewusst wurde, war die Tatsache dass alle 1,2 Millionen Karten per Hand sortiert und in den Verpackungen verstaut werden mussten. Dieses Problem hätten wir nur bei der Konzeption des Spieles lösen können. Vielleicht hätten wir nur 100 statt 120 Karten pro Spiel verwenden sollen."

Verteilt wird „press ahead" ausschließlich auf der Fachmesse Drupa, vom 3. bis zum 16. Mai, am Stand der Hochschule der Medien (A01, in Halle 6).


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