Teuflisches Angebot

Fotos: Kosmos, ErickN, fotolia.de. Montage: Sebastian Wenzel
Das ungewöhnliche Angebot flattert als E-Mail in den digitalen Briefkasten. Es kommt von der Agentur Hallimash und trägt den Betreff „Anfrage YouTube-Channel“. Gesucht werden Personen, „die ein neues Gesellschaftsspiel via YouTube-Video (max. 5 Minuten, bestenfalls 90-120 Sekunden) vorstellen sollen“. Im Gegenzug gibt es Geld – zwischen 75 und 150 Euro. Das stammt von einem der großen Verlage Deutschlands, dem Auftraggeber von Hallimash: Kosmos.

Der Stuttgarter Verlag will mit der Aktion sein Würfelspiel „Dice Devils“ im Internet bekannt machen. Deswegen gibt es für die Videos klare Vorgaben. Gezeigt werden sollen:

  • Eine kurze Vorstellung und Erklärung des Spiels
  • Ausschnitte aus Spielszenen
  • und eventuell eine Bewertung (anhand von Schulnoten oder Sternen).
  • Wie diese Bewertung ausfällt, bleibt den Videobloggern überlassen. Wem das Spiel nicht gefällt, darf es zerreißen. Also alles kein Problem? Das kommt auf das Selbstverständnis der Blogger an – sehen sie sich als professionelle Journalisten, sollten sie sich an den Deutschen Pressekodex halten. Dort steht: „Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der […] Journalisten beeinflusst werden. […]“

    Soweit die Theorie. Nun zur Praxis. Die Spielebranche ist klein, man kennt sich. Oft verschwimmen die Grenzen zwischen redaktionellen Veröffentlichungen und persönlichen wirtschaftliche Interessen. Was ist zulässig, was nicht? Es ist schwer, diese Fragen allgemein zu beantworten. Schließlich müssen auch Blogger ihre Miete bezahlen. Die meisten betreiben ihre Seiten nach Feierabend und investieren viel Zeit und Geld in ihre Projekte. Davon profitieren das Kulturgut Gesellschaftsspiel im Allgemeinen und im Besonderen alle Unternehmen, die mit Spielen Geld verdienen. Die Firmen wissen das. Für sie ist es wichtig, im Internet präsent zu sein. Nicht nur mit einer eigenen Homepage, sondern auch auf Blogs und YouTube. Das Schlagwort dafür lautet „Blogger Relations“.

    „Die digitale Mundpropaganda der Konsumenten im Web 2.0 ersetzt in zunehmendem Maße die klassischen Botschaften der Unternehmen. In keinem anderen Medium verbreiten sich Berichte, Meinungen oder auch Gerüchte, seien diese nun positiv oder negativ, schneller als im Internet. Diese neue Meinungsmacht Ihrer Kunden zu kennen und entsprechend damit umzugehen, sollte zukünftig fester Bestandteil Ihrer Online Marketing Maßnahmen werden“, schreibt Hallimash auf seiner Internetseite.

    Ravensburger startete deshalb vergangenes Jahr die „Ravensburger Sommerspiele 2012“. Blogger konnten sich bei dem Verlag über Facebook bewerben und erhielten kostenlose Rezensionsexemplare von Spielen. Im Gegenzug mussten sie einen Testbericht verfassen. Für aus Verlagssicht besonders gelungene Rezensionen erhielten sie virtuellen Gold- Silber und Bronze-Medaillen.

    Spiel gegen Rezension

    Kostenlose Rezensionsexemplare sind nicht nur in der Spielebranche üblich. Auch Buch- und Musikverlage versenden Bücher und Alben an Journalisten. Spiel gegen Rezension. Das ist in der Branche ein ungeschriebenes Gesetz. Manche Kleinverlage halten das auch schwarz auf weiß fest: Der Kleinverlag Franjos lässt Journalisten folgende Vereinbarung unterschreiben:

    „Sie erhalten zunächst das gewünschte Spiel kostenlos. Wenn Sie innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nachweisen (Belegexemplar, Tonaufnahme o.ä.), dass Sie über das Spiel berichtet haben, dürfen Sie das Spiel behalten. Wenn Sie festgestellt haben, dass Sie das Spiel für Ihre Berichterstattung nicht verwenden können, schicken Sie es wieder an mich [Franz Josef-Herbst] zurück. Sollten Sie das Spiel trotzdem behalten wollen, bezahlen Sie den normalen Preis.“

    Das neben kostenlosen Spielen aber auch Geld für eine Rezension fließt, ist der zuspieler.de-Redaktion bisher noch nicht untergekommen. Deswegen haben wir bei Kosmos nachgefragt. Wir wollten unter anderem wissen:

    • 1. Warum beauftragt Kosmos die Agentur Hallimash, die bei diversen Spielebloggern anfragt ob sie eine Videorezension über „Dice Devils“ drehen wollen?
    • 2. Warum schaltet Kosmos keine Anzeige für „Dice Devils“ auf den entsprechenden Spieleseiten , sondern versucht auf diese Art und Weise das Spiel im redaktionellen Teil zu platzieren?
    • 3. Einige der angeschriebenen Webseiten hätten sehr wahrscheinlich eh über „Dice Devils“ berichtet – und das sogar kostenlos. Ist das Spiel so schlecht, dass Kosmos auf diese Art und Weise Werbung für das Spiel betreiben muss?
    • 4. Würde Kosmos auch der Spielbox, der Fairplay oder anderen Fachzeitschriften Geld dafür anbieten, dass sie eine Rezension über ein bestimmtes Spiel veröffentlichen? Sollte die Antwort auf die Frage "Nein" lauten, warum bietet Kosmos dann Spielebloggern Geld für eine Videorezension? Sollte die Antwort "Ja" lauten, dann folgende Nachfrage: Für welche Spielerezensionen hat Kosmos Redaktionen bereits Geld geboten oder plant Geld zu bieten?
    • 5. Die Agentur zahlt den Spieleseiten unterschiedliche Preise für ein Video – zwischen 75 Euro bis zu 150 Euro. Im Vergleich zu einem professionellen Werbebeitrag ist das jedoch immer noch sehr billig. Wieso zahlt Kosmos den Spieleseiten – wenn der Verlag sich schon für diesen Weg entscheidet – keine angemessene Vergütung für ihre Arbeit?
    • 6. Betreibt Kosmos noch weitere fragwürdige Marketingmaßnahmen im Internet – wie zum Beispiel gekaufte Amazon-Bewertungen, gekaufte Facebook-Fans oder bezahlte Foren-Einträge?

    Kosmos hat auch auf Nachfrage unsere Fragen nicht beantwortet. Stattdessen erhielten wir von der Pressestelle nur eine allgemeine Antwort:

    „Entscheidungen bezüglich Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb werden von uns immer sorgfältig und an den Marktbedingungen orientiert getroffen und umgesetzt.

    In Zeiten des Web 2.0, der stets wachsenden Bedeutung des Internets und gerade weil wir an den Erfolg von „Dice Devils“ glauben, wollen wir neue Wege des Online-Marketings beschreiten. Daher haben wir uns für die Zusammenarbeit mit der Internetagentur hallimash entschieden. Selbstverständlich sind die Blogger beim Verfassen ihrer Rezensionen in ihrer Meinung frei und unabhängig. Die Blogger werden von uns in keinster Weise darin beschränkt, ihre eigene, ehrliche Meinung, ihre Erfahrungen oder ihre Gedanken zu „Dice Devils“ zu äußern. Die Rezensionen sind auf den Blogs eindeutig und klar erkennbar als „Blog-Marketing ad by hallimash“ gekennzeichnet. Das Honorar für eine einzelne Rezension hängt von Größe und Bekanntheit des Blogs ab.

    Für Ihre Fragen und Ihr Interesse an den Marketingmaßnahmen zu unserem Spiel „Dice Devils“ möchte ich mich bedanken. Darin sind sicherlich einige Anregungen für uns enthalten, die wir intern diskutieren werden und bei künftigen Entscheidungen ggf. berücksichtigen werden.“

    Interessant für künftige Entscheidungen ist für die Verantwortlichen bei Kosmos sicherlich auch die Resonanz auf die Aktion. Wer im Internet nach „Dice Devils“ und „Hallimash“ sucht, findet schnell Blogs, die bei der Aktion mitgemacht haben. Wir haben auf diesem Weg zwölf Seiten entdeckt, die über das Spiel berichtet haben. Darunter sind vor allem Blogger, die sonst eher nicht über Spiele berichten. Unter allen Artikeln findet man wie in der E-Mail von Kosmos erwähnt den Hinweis „Blog-Marketing ad by hallimash“ und einen Link auf hallimash.de. Wie viele Leser mit diesem Hinweis etwas anfangen können oder auf den Link geklickt haben, um sich über Hallimash zu informieren, wissen wir nicht. Einige Blogger haben deshalb zusätzlich darauf hingewiesen, dass sie Geld für die Vorstellung bekamen und das Kosmos der Auftraggeber von Hallimash war. Andere nicht.

    Bisher 1.261 “Dice Devils”-Videoabrufe

    Bis zum 23. Mai 2013 kamen die „Dice-Devils“-Videos, die im Zuge der Kampagne entstanden und die wir auf YouTube entdeckt haben, auf 1.261 Aufrufe. Hinzu kommen die Blogartikel, die das offizielle Kosmos-Video einbinden. Das kommt auf 864 Aufrufe. Die meisten Blogger bewerteten „Dice Devils“ gut, in der Regel mit vier von fünf Sternen. Auf BoardGamegeek, einer englischsprachige Seite für Vielspieler, haben 26 Nutzer das Spiel mit durchschnittlich 5,29 von 10 Punkten benotet. Eine 5 steht dabei für „Average. No significant appeal, take it or leave it“ und eine sechs für „Fair. Some fun or challenge at least, will play occasionally if in the right mood“.

    Es scheint, dass das Netzwerk Recherche Recht hat mit seiner Kritik. Der Verein schreibt auf seiner Webseite: „Die Grenzen zwischen dem unabhängigen Journalismus und der interessengeleiteten Auftragskommunikation, der Public Relations (PR), verschwimmen mehr und mehr in der täglichen redaktionellen Praxis, in der Ausbildung des journalistischen Nachwuchses und in der Definition des Berufsbildes der Journalisten. „Die PR-Industrie kolonialisiert den Journalismus zunehmend. Sie agiert immer geschickter und drängt mit ihren Botschaften in den redaktionellen Teil, um von der Glaubwürdigkeit der journalistischen Produkte zu profitieren“, sagt der Vorsitzende des Netzwerks Recherche, Dr. Thomas Leif. Das gilt für Print- und Onlinemedien.

    Im Internet muss man dabei differenzieren zwischen klassischen journalistischen Angeboten und Blogs. Einige Blogger veröffentlichen Artikel zum Spaß in ihrer Freizeit. Sie verstehen sich nicht als Journalisten und kennen in der Regel auch den Pressekodex nicht. Andere Blogger sehen sich als Journalisten oder sind es sogar. Sie kennen den Pressekodex und wissen: Unabhängiger Journalismus kostet Geld, das nicht durch gekaufte Beiträge im redaktionellen Teil erwirtschaftet werden sollte.

    Eine Alternative zu Angeboten wie dem von Hallimash sind entweder klassische Anzeigen ohne Einfluss auf den redaktionellen Teil oder eine Finanzierung durch die Leser. Tom Vassel hat auf Kickstarter für seine Seite „The Dice Tower“ vor wenigen Monaten über 69.000 US-Dollar gesammelt. Die französische Spieleseite Tric Trac hat ein System gestartet, mit dem zahlende Nutzer in Zukunft Meldungen früher lesen können als normale Leser. Und auch zuspieler.de hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Auf das Angebot von Hallimash haben wir verzichtet.

    Links rund um das Thema:


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31 Kommentare zu “Teuflisches Angebot

  1. Das ist ja schon ein merkwürdiges Unterfangen, Blogger für ihre Rezensionen zu bezahlen. Will Kosmos die Reichweite der Berichterstattung über ihre Spiele auf Bereiche außerhalb der “Szene” erhöhen? Das wäre der einzige Grund, sowas zu machen. Wie du ja schreibst, waren hauptsächlich Nicht-Spiele-Blogs daran beteiligt. Hatte sowieso schon mal den Eindruck, dass mancher Blogger für Geld relativ viel anstellt. Auf proludo.de hab’ ich mal einen Jubelbericht über Queen Games gelesen, bei dem sich mir die Haare sträubten.

    Könnte mir darüber hinaus vorstellen, dass durch solche Aktionen die “Szene” ziemlich unruhig wird. Hätte ich mich auch bezahlen lassen sollen? Auf meinem Blog habe ich schließlich besonders viele Kosmos-Spiele besprochen. Kommt gar nicht in Frage, dass ich mich für Artikel bezahlen lasse.

  2. Ich bin nicht überrascht, dass solche Aktionen nun auch in der Spieleszene ankommen. Aus anderen Bereichen kenne ich diese Praxis bereits. Diese und andere Plattformen treten an Blogger heran, um Artikel über ein Produkt zu bekommen – das muss nicht immer eine Rezension sein – und Blogger verdienen sich mit dieser Art von “Product Placment” etwas Geld. Das ist Usus im Internet, meistens so geschickt verpackt, dass nur Leute dies erkennen können, die selbst als Internet-Marketing-Dienstleister tätig sind.

    Dass der altbackene Brettspielsektor davon lange ausgenommen war, hat mich eh gewundert. Dennoch bin ich betrübt, dass ein großer Verlag wie Kosmos diese Aktion bei den Online-Magazinen/Blogs gestartet hat, die eh über Brettspiele regelmäßig berichten.

    Ich kann Sebastians Haltung nur unterstützen und habe selbst auch noch nie Geld für eine Rezension genommen. Angeboten wurde es mir bereits von anderer Stelle. Wir haben genug Möglichkeiten, unsere Kosten über Werbung zu finanzieren, und nutzen diese entsprechend.

  3. Danke für den tollen Artikel!

    Grundsätzlich überrascht es mich eigentlich auch nicht, dass sowas nun auch mal mit Spielen versucht wird. Gesponserter Content ist leider heutzutage Gang und Gebe, und zwar nicht nur bei Bloggern, sondern eigentlich doch in allen Medien. Hat in letzter Zeit mal jemand von Euch Privatfernsehen geschaut?

    Tatsächlich finde ich, dass die hallimash-Maßnahme da noch vergleichsweise transparent war. Ich habe bislang nur das Video vom Spieltraum-Ben dazu angeschaut, und noch deutlicher als er kann man ja nicht machen, dass man dafür Geld bekommen hat. Das fand ich voll in Ordnung. Ich hab grade mal gegooglet und mir ein zwei andere Blogs angeschaut, die an der Maßnahme teilgenommen haben (ein Life-Style-Blog … was auch immer das sein mag… und ein Produkt-Test-Blog). Bei beiden Blogs fand ich, dass schon weniger transparent war, dass da wirklich Geld für geflossen ist. Die Texte lesen sich dann auch als vergleichsweise lächerliche und uninformierte Lobhudeleien. Wer solchen Blogs glauben schenkt, hat es meiner Meinung nach aber eh nicht besser verdient.

    Also: Mit Transparenz gehen solche Maßnahmen für mich so grade noch.

    Toll finde ich sie trotzdem nicht, und deshalb habe auch ich auf die hallimash-Anfrage, die mich also auch erreicht hat, nicht reagiert (Unabhängig davon, dass ich mit meinem Blog / meinen Videos eh kein Geld verdienen will, eben weil ich das ganze nur hobbymäßig mache). Tatsächlich wusste ich aber lange auch gar nicht, um welchen Verlag / welches Spiel es überhaupt ging (die Anfrage war sehr vage), und habe dann tatsächlich unwissentlich Dice Devils bei Kosmos auf herkömmlichen Wege angefragt und rezensiert. Ich Depp.

    Ich denke / hoffe aber, dass das ein einmaliger Versuch von Kosmos war und dass die das nun auch wieder sein lassen. Scheint ja zumindest innerhalb der Szene kaum jemand angebissen zu haben, und ob es Kosmos wirklich was bringt, wenn das eigene Spiel auf dubiosen “Test-Blogs” neben irgendwelchen merkwürdigen Anti-Falten-Cremes beworben wird, wage ich auch mal zu bezweifeln…

    Trotzdem schön, dass dieses Thema so mal angesprochen wird!

    Grüße,
    Martin

  4. Achja, eine Frage hätte ich noch:

    Wieso kommt Tom Vasel in dem Artikel so gut weg? Der macht ja schließlich auch regelmäßig Bezahl-Content, etwa Kickstarter-Preview-Videos, oder nicht? Ist ja jetzt nicht allzuweit davon weg.

    Besten Gruß,

    Martin

  5. Keine gute Idee von Kosmos. Schaltet der Verlag denn noch Anzeigen in Spielbox und Fairplay, oder schenkt sich Kosmos das, weil in den beiden unabhängigen Zeitschriften ja für den Verlag nicht steuerbare Meinung veröffentlicht wird?

  6. @Martin: Das ist richtig. Die Stufe “Tom Vasel will do a preview of your Kickstarter game in the year of 2013” gab es zum Beispiel bei seinem Kickstarter-Projekt ab 250 US-Dollar. Dafür haben sich sieben Personen entschieden. Für mich ist das eine unglückliche Vermischung zwischen redaktionellem Teil und klassischem Anzeigengeschäft.

    Übrigens: Die Stufe “Ryan Metzler will do a preview of your kickstarter game in the year of 2013” gab es schon ab 150 US-Dollar. Und für 500 US-Dollar gab es folgende Stufe: “Eric Summerer will complete a video review/preview of a game of your choice (Game must be in Eric’s collection, be provided by the backer, or be available for $100 or less retail)”

  7. In der Regel versenden nicht “Musikverlage” “Alben”, sondern Plattenfirmen.
    Das sind zwei unterschiedliche Bereiche und Firmen. Wieso sollte ein Musikverlag, der Kompositionen verwaltet, das Album des Sängers XYZ versenden, auf dem Titel sind, die gar nicht bei ihm verlegt sind (was die Regel ist. Interpret und Komponist sind immer noch verschiedene Berufe).
    Beispiel: Besprechungsexemplare von Van Morrisons Album “The Skiffle Session” sind sicher vom Label “Virgin” verschickt worden, aber nicht von den Musikverlegern die die Titel auf diesem Album verwalten: Exile Publishing, Universal Music Publishing, Shalon Music, Dash Music, Kensington Music, MCA Music Publishing, Tro Essex Music, Tyler Music, Peer Music, Music Box/Paul Rodriguez Music, …

  8. Ich finde das Vorgehen eigentlich ganz in Ordnung – zumindest wenn der Blogger transparent macht daß Geld geflossen ist. Und zwar aus mehreren Gründen. 1. Die meisten Blogger sind eben keine Journalisten. 2. Journalisten werden für ihre Rezensionen und die Zeit die sie dafür aufwenden vom ihrem Verlag bezahlt. Blogger in der Regel nicht. Und um das Spiel zu testen UND dann noch ein Video dazu zu erstellen sind die 75-150 EUR nicht mehr als eine Aufwandsentschädigung.

  9. Bei aller Kritik am Verlag bitte ich zu unterscheiden: Es geht hier ausschliesslich um kurze VIDEOS, nicht um herkömmliche Rezensionen in Schriftform. Gut gemachte Produktvideos gibt es nur wenige und sind auch nicht gerade billig -sie lohnen sich daher nicht für jedes Spiel. (Sebastian bietet übrigens solche Dienstleistungen ebenfalls an, und zwar in gehobener Qualität, wie auf zuspieler.de auch selbst überprüft werden kann. Und nein, diesen Zusatz schreibe ich NICHT weil ich dafür bezahlt werde… :-)))

    Kosmos hat jedenfalls letztes Jahr bereits mit Legenden von Andor gezeigt, dass dort die Bereitschaft existiert, neue Marketingstrategien auszuprobieren. Nicht jede muss von Erfolg gekrönt sein oder “in der Szene” gut ankommen. Vielleicht besinnt man sich beim Verlag ja auch schnell wieder und beauftragt künftig professionelle(re) Produzenten für solche Spots.

    • @Carsten:

      (Sebastian bietet übrigens solche Dienstleistungen ebenfalls an, und zwar in gehobener Qualität, wie auf zuspieler.de auch selbst überprüft werden kann. Und nein, diesen Zusatz schreibe ich NICHT weil ich dafür bezahlt werde… 🙂 ))

      Das ist falsch. Bevor ich mich als freier Journalist selbständig gemacht habe, habe ich versucht, im Auftrag von Verlagen Spielevideos zu erstellen. Die Verlage waren jedoch nicht bereit, die geforderten Summen zu zahlen. Deswegen habe ich im Februar 2011 lediglich ein Video für “Huch & Friends” erstellt, zu finden unter http://www.youtube.com/watch?v=t_L-BO2LMhM. Seit ich als freier Journalist arbeite, habe ich diese Tätigkeit eingestellt, da sie sich nicht mit meinem journalistischen Selbstverständnis verträgt. Ganz im Gegenteil.

      Richtig ist, dass ich im Auftrag der Spiele-Autoren-Zunft auf der Spielwarenmesse Nürnberg Videointerviews mit Persönlichkeiten aus der Branche führe, zum Beispiel mit Klaus Teuber, http://zuspieler.de/die-produktpalette-von-catan/ , oder mit Cynthia Schönfeld und Stefanie Kuschill vom Deutschen Spielemuseum beziehungsweise Deutschen Spielearchiv, http://zuspieler.de/weiblich-jung-sucht/. Ich weise unter Artikeln, wo dies eine Rolle spielen könnte, transparent darauf hin, siehe http://zuspieler.de/fachgruppe-rechtslage-ist-nicht-so-klar-wie-es-die-saz-darstellt.

      Grüße
      Sebastian

  10. Ich bin da bei Ilamaz. Es spricht wenig gegen ein solches Vorgehen, wenn der Zuseher weiß, woher das kommt. Sprich: Im Optimalfall vorneweg eine Schwarzblende mit Text “Für die folgende Spielrezension habe ich x Euro Aufwandsentschädigung erhalten. Werbung dafür wäre teurer gewesen.”

  11. Ich muss sagen, dass das Vorgehen der Agentur völlig in Ordnung finde. Ich arbeite selbst in einer Agentur und die Idee an Multiplikatoren heranzutreten, liegt nahe. 75-150 EUR kann man auch nicht gerade als Bezahlung bezeichnen, sondern höchsten als Aufwandentschädigung – auf keinen Fall aber als Bestechungsversuch.

    Noch ein Wort zum ‘Journalismus’. Es wird viel von Pressekodex usw. gesprochen, aber dieser scheint für den Autor dieses Artikels nicht zu gelten. Ich finde es nicht in Ordnung, wie die Agentur und der Verlag in diesem Artikel derart an die Wand gestellt und verurteilt werden.

    Michael

    • Wo wird denn hier jemand an die Wand gestellt? Sebastians Artikel bietet jede Menge Fakten, die mir ermöglichen, eine eigene Meinung zu bilden. Eine Verurteilung kann ich hier nicht erkennen, sondern lediglich einige Fragestellungen. Für mich ist dieser Artikel journalistisch sehr professionell formuliert.

  12. Ok jeder hat seine Meinung dazu, ABER wo liegt das Problem?
    Klar können Spiele-Fans und Betreiber von Blogs oder anderen Channels dies umsonst vorstellen und sich von den Unternehmen beliefern lassen. Doch warum sollten sie für ihre Arbeit nicht bezahlt werden? Will mir ein Journalist sagen, dass er nur von kostenloser Arbeit lebt? Ich kenne auch Firmen die sehr sehr viele Journalisten mit richtig schönen Summen beliefern und hier POSITVE Beiträge kaufen (Bespiel GAMINGBEREICH UND HIER VOR ALLEM PRINTMAGAZINE) und nicht wie in diesem Falle eine Aufwandsentschädigung den Teilnehmern geben und diese dann sogar noch frei in ihrer Meinung sind. Also wo ist denn das Problem? Zudem wie verbreitet sich denn ein Spiel? Sicherlich nicht nur über euch oder? Und als Firma möchte man doch die Masse erreichen. Wenn ich von mir ausgehe, komme ich immer nur auf neue Spiele bei einer Geburtstagsparty bei Freunden oder durch Empfehlungen von Freunden ODER weil ich es wo lese, wo ICH mich aufhalte. Dies ist aber nicht in einem Spieleblog und daher finde ich diese Marketingstrategie nicht falsch. Ihr könnt doch ganz einfach es so machen und weiterhin KOSTENFREI schreiben und andere bekommen eben Geld für die Zeit die sie investiert haben. Und mal so nebenbei. Jedes entgegen nehmen eines Produkts und gleichzeitige Gegenleistung in Form eine Rezension ist in den meisten Fällen Schleichwerbung wenn dies nicht gekennzeichnet ist. In diesem Falle sieht man eine kompletteTransparenz, die du ja selbst oben erwähnst. Also ich finde daher ist es eine Aufregung um NICHTS. Dann sagt doch ihr wollt weiterhin for free schreiben und gut ist und andere normale Konsumenten die einen Blog betreiben können eben Budget verlangen.

  13. @Tim: Natürlich sollten Journalisten für Ihre Arbeit bezahlt werden. Meiner Meinung nach allerdings nicht von Spiele-, sondern von Medienverlagen.

    Dass dies auch in der Videospielbranche anders vorkommt, macht die Sache nicht besser. Auch dort sollte der redaktionelle Teil vom Anzeigengeschäft getrennt sein.

    Letztendlich muss – so wie Du auch schreibst – jeder Blogger oder Journalist selbst entscheiden, welche Angebote von Spieleverlagen er annimmt oder ablehnt. Damit nicht jeder Journalist diese Entscheidung selbst treffen muss, haben einige Medieverlage einen Verhaltenskodex aufgestellt, siehe zum Beispiel http://www.axelspringer.de/dl/498450/CodeOfConduct_D_130306-oV.pdf oder http://www.initiative-qualitaet.de/fileadmin/IQ/Archiv/Rundmails/iq_rundmail_19_kodex.pdf. Ob und wie diese Vorschriften in der Realität eingehalten beziehungsweise umgesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt.

    Grüße
    Sebastian

  14. Hallo,
    von Seiten vieler Rezensenten wird die Maßnahme ja begrüßt, weil ihre Arbeit endlich mal entlohnt wird. – Allerdings frage ich mich, warum die Arbeit überhaupt entlohnt werden muss. Die meisten Rezensenten sind begeisterte Hobbyspieler mit einem gewissen Maß Geltungsbedürfnis, denen es nicht reicht, in privaten Runden neue Spiele vorzustellen, sondern – Internet sei dank – das aller Welt kundtun müssen. Also: Billigkamera raus, Spieletisch vor das Spieleregal gestellt, Material rangezoomt, Regel runtergeplappert und Fazit gezogen. – Kaum ein deutschsprachiges Videoblog macht das anders. Immer dasselbe, egal wo ich hinschaue. Das ist so unterhaltsam wie die Ziehung der Lottozahlen und vorhersehbar wie die Gästeliste bei Günter Jauch. – Wer soll das ernsthaft Journalismus nennen? Und wer soll dafür bezahlen? Ist hier auch nur irgendeiner bereit für ein deutschsprachiges Blog (Bild oder Wort) einen Cent zu zahlen? (ich persönlich würde das nur für Tric Trac und Udo Bartsch tun)
    Ich finde, das Anspruchsdenken vieler selbsternannter Rezensenten ist viel zu hoch und oft können sie ihre Arbeit und die Qualität nicht wirklich einordnen.

  15. Mit Interesse habe ich den Artikel und die dazugehörigen Kommentare gelesen. Ich bin Geschäftsführer der hallimash Gmbh und möchte gerne den einen oder anderen Punkt aufnehmen und kommentieren.
    Wir beschäftigen uns seit über 8 Jahren mit dem Phänomen von Social Media und in diesem Zusammenhang mit dem komplett geänderten Kommunikationsverhalten der Internet-Nutzer.
    Social Media erfolgt über verschiedene Kanäle und auf unterschiedlichen Ebenen! Wichtige Treiber und den Social Media Kanälen vorgeschalten sind Blogger. Blogger sind inzwischen nachweislich eine der einflussreichsten Konsumentengruppen im Internet. Sie suchen aktiv Informationen, multiplizieren diese automatisch durch ihre Blogs und in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Youtube oder Google+ ….und sie erreichen durch diesen hohen Vernetzungsgrad eine hohe Reichweite. Weltweit gibt es inzwischen über 175 Mio. Blogs! (laut „Statista 2012)
    Wir verstehen uns mit unserem Portal http://www.hallimash.com als Bindeglied, zwischen den Bloggern und Unternehmen. Wir haben 2007 das Portal online gestellt und inzwischen haben wir über 5.000 registrierte Blogs aus 16 unterschiedlichen Kategorien und Schwerpunktthemen (von Allgemein über Tourismus bis Wertpapiere). Die Anmeldung der Blogger auf hallimash ist freiwillig, alle Blogs (ein Blogger kann mehrere Blogs betreiben) werden von uns geprüft und danach zugelassen.
    Fast alle Blogger haben sich ohne unser Zutun angemeldet. Seit Anfang des Jahres haben wir auch Blogger (wie im Artikel beschrieben), die uns interessant erschienen, per E-Mail angefragt.
    Wichtig für uns, und das ist unantastbar, ist die Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit der Blogger!
    Mit unserer Dienstleistung sind wir nicht allein, inzwischen gibt es verschiedene Anbieter. Unternehmen nutzen diese Dienstleistung, da sie von unserem Know-how in diesem neuen Umfeld und einem Komplettservice profitieren.
    Was mir im Artikel und den verschieden Kommentaren auffällt ist, dass wir uns zu sehr mit unseren Vorstellungen von Kommunikationsverhalten beschäftigen. Wir können sicherlich die Frage stellen, ob wir verschiedene Beiträge (wie Damon fragt) „… ernsthaft Journalismus nennen?“. Oder Martins Aussage „Wer solchen Blogs Glauben schenkt, hat es meiner Meinung nach aber eh nicht besser verdient“. Oder Sebastian, der an den Ehrencodex appelliert.
    Das ist sicherlich legitim, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen heute selbst entscheiden, ob, wann, wie und in welcher Qualität sie Nachrichten, Kommentare, Werbung, …. aufnehmen, verarbeiten oder kommentieren. Die große Herausforderung für Unternehmen besteht heute darin, dafür die richtige Strategie zu entwickeln um ihre Zielgruppe/ Interessenten dort und
    über den Kanal anzutreffen, wo sie sich gerade aufhalten und kommunikationsbereit sind.
    Dies kann sicherlich, wie im beschriebenen Artikel, die Fachpresse oder Spiele-Blog sein, ist aber auch ganz sicher der Freizeit/- oder Beauty-Blog oder ein YouTube-Video. Dafür gibt es verlässliche Zahlen.
    Michael Vogel
    Hallimash GmbH

  16. Wir haben in der Vergangenheit selbst oft mit hallimash zusammengearbeitet und Inhalte zu verschiedensten Themen in unserem Blog publiziert. Machen wir in letzter Zeit kaum noch, da hallimash schlicht zu wenig zahlt (und weil ich deren Sales Director für ein unzuverl… … halte)

    Die Aufregung hier allerdings kann ich so gar nicht nachvollziehen. Advertorials in Presseveröffentlichungen sind ein alter Hut. Die Publikationen, die hallimash in Auftrag gibt, sind im Gegensatz zu den meisten anderen eben auch als “bezahlter Eintrag” gekennzeichnet.

    Und evtl. kommen bei bezahlten Video-Produktionen ja letztlich spannendere und weniger zähflüssige Ergebnisse raus als beispielsweise beim zuspieler.tv? 😉

  17. Genau wie Advertorials ist auch Taschendiebstahl ein alter Hut. Gibt es schon lange, also warum regt sich da noch jemand auf … ?

    Das deutsche Presserecht schreibt zu Recht eine klare Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung vor. Anzeigen sind als Anzeigen zu kennzeichnen.

    Wenn die Darstellung im Artikel korrekt ist (woran ich nicht zweifel), dann sind die von hallimash vermittelten Video-Anzeigen nicht korrekt gekennzeichnet und somit Rechtsverstöße:

    “Unter allen Artikeln findet man wie in der E-Mail von Kosmos erwähnt den Hinweis „Blog-Marketing ad by hallimash“ und einen Link auf hallimash.de.”

    Das Kauderwelsh ist kein Hinweis darauf, dass es sich um Werbung für Kosmos handelt. Dass einige Blogger zusätzlich darauf hinweisen, dass Kosmos der Auftraggeber ist, spricht dafür, dass ihnen das Gefühl für den Unterschied zwischen redaktionellem Beitrag und Werbung nicht abhanden gekommen ist.

    Dass Sebastian Wenzel und Michael Weber einen noch höheren Anspruch haben, finde ich begrüßenswert. Wenn Video-Anzeigen klar als solche gekennzeichnet sind (und zwar dauerhaft und nicht nur mit irgendwelchen ominösen Vokabeln im Abspann), halte ich es aber auch für akzeptabel.

    Michael Vogels Pseudo-Argumentation
    “…ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen heute selbst entscheiden, ob, wann, wie und in welcher Qualität sie Nachrichten, Kommentare, Werbung, …. aufnehmen, verarbeiten oder kommentieren.”
    halte ich allerdings für lachhaft – oder zum Weinen, wenn er es tatsächlich ernst meint.

    Denn natürlich zielt gerade diese Art der Werbung auf Täuschung und Entmündigung des Konsumenten, darauf ihm die Entscheidung heimlich abzunehmen. Ihn dann noch als einen Menschen zu bezeichnen, der ‘selbst entscheidet, ob, wann, wie … ‘ ist eine besonders süffisante Art, seine Zielgruppe als Trottel bloßzustellen.

    “Die große Herausforderung für Unternehmen besteht heute darin, dafür die richtige Strategie zu entwickeln um ihre Zielgruppe/ Interessenten dort und
    über den Kanal anzutreffen, wo sie sich gerade aufhalten und kommunikationsbereit sind.”

    ‘Kommunikationsbereit’ sind sie eben dort, wo sie keine Werbung erwarten, sondern Rezensionen von Spielern wie sie selbst und von unabhängigen Journalisten. Sich da einzumogeln, ist “die große Herausforderung für Unternehmen”.

    Diese Mogelei offenzulegen, der Verführung zu widerstehen, bezahlte ‘redaktionelle’ Beiträge zu erstellen – das ist die große Herausforderung für die Blogger und Journalisten.
    Darauf zuachten, dass die eigene Kommunikationsbereitschaft nicht für Werbung missbraucht wird, ist die große Mühe, die wir vom Spamaussortieren im Posteingang her kennen. Das müssen wir jetzt noch mehr beim Betrachten von Webseiten.

    Wie es den Spamversendern nicht um die Mehrheit der Genervten geht, sondern um das 1% der Dummen, die darauf hereinfallen, so wird auch bei der nicht gekennzeichneten Video-Werbung nur auf die Erfolgszahlen geschaut. Es gibt allerdings einen wesentlichen Unterschied:

    Verlage wie Kosmos haben – anders als dubiose Pillen-Versender – einen Ruf zu verlieren. Sie haben einen Interesse daran, dass sie nicht mit unseriösen Werbemethoden in Verbindung gebracht werden und sollten daher in eigenem Interesse zumindest darauf achten, dass alle Blogger deren Werbung als Werbung kennzeichnen (was zuerst Pflicht der Blogger ist, nicht der Anzeigenkunden).

    Auch einer Agentur, die sich – pseudoneutral – als Bindeglied zwischen Bloggern und Unternehmen anpreist, sollte soetwas nicht egal sein. Es ist weder im Interesse der Leser, dass sie über den Werbecharakter getäuscht werden, noch im Interesse des Unternehmens, dass auf unseriöse Art für sie Werbung gemacht wird. Dass hallimash diesen Punkt nicht sieht, ist ganz schlechte Werbung … auch für hallimash.

  18. @Günter Cornett : “Das Kauderwelsh ist kein Hinweis darauf, dass es sich um Werbung für Kosmos handelt. ”
    Wenn du der Meinung bist, dass es da draussen Blogleser gibt, die den Hinweis nicht richtig einordnen können, dann wäre es evtl. konsequent, wenn du auch deine Kommentare mit “nicht umfassend und ausreichend gewürdigter Spieleautor und damit beleidigte Leberwurst” etikettieren würdest?

  19. Der Zusammenhang deiner ‘Argumentation’ erschließt sich mir nicht.
    Ich kritisiere, dass Anzeigen nicht als Anzeigen gekennzeichnet sind.

    Wenn da irgendwo „Blog-Marketing ad by hallimash“ steht, ist das kein Hinweis auf den Auftraggeber Kosmos. Es ist lediglich eine zusätzliche Werbezeile für hallimash, mehr nicht.

    Aber vielen Dank für die Klarheit, mit der du dich zu Wort meldest. Deine inhaltlich nicht einmal ansatzweise nachvollziehbaren Schmähungen sowohl gegen hallimash als auch gegen mich wie “weil ich deren Sales Director für ein unzuverl… … halte” oder “nicht umfassend und ausreichend gewürdigter Spieleautor und damit beleidigte Leberwurst” machen deutlich, was du als Profi unter ‘blog-marketing’ verstehst. Das ist wahrer (Selbst-)Enthüllungsjournalismus.

  20. @Günter Cornett :Bin weder Journalist, noch enthüll ich mich (und sicher nicht für dich).
    Natürlich bedauere ich, dass du offenbar weder die Bedeutung des Artikelzusatzes “Blog-Marketing” noch Spaß, geschweige denn meine ‘Argumentation’ einzuordnen weißt. Vielleicht hätte ich mich anders ausdrücken sollen?
    Sorry, ich mach es wieder kompliziert: Was glaubst du, was ich denke, wo die Korinthen herkommen?
    Wenn du jetzt antwortest “EGAL” würd ich es deiner Coolness und nicht etwa mangelndem Auffassungsvermögen zuschreiben.

  21. Hallo ihr Zwei,

    bitte achtete darauf, dass die Diskussion sachlich und beim Thema bleibt. Danke.

    Grüße
    Sebastian

  22. @Frank:
    Es ist wohl mein mangelndes Auffassungsvermögen: Ich verstehe deinen letzten Beitrag nicht. Besteht denn deine Definiton von ‘Spaß’ darin, Lesern Werbung als redaktionelle Information zu verkaufen? Ne, da kann ich nicht drüber lachen. Da bin ganz Spaßbremse.

    Auch wenn ich manches, gerade im Wettbewerbs- und Verbraucherrecht, für reichlich überreguliert halte, so nehme ich das Gebot der Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt im Sinne der von hallimash behaupteten Entscheidungsfreiheit des Lesers ernst:

    § 4 UWG Beispiele unlauterer geschäftlicher Handlungen

    “Unlauter handelt insbesondere, wer

    3. den Werbecharakter von geschäftlichen Handlungen verschleiert;
    …”

    § 6 TMG Besondere Informationspflichten bei kommerziellen Kommunikationen

    “(1) Diensteanbieter haben bei kommerziellen Kommunikationen, die Telemedien oder Bestandteile von Telemedien sind, mindestens die folgenden Voraussetzungen zu beachten:

    1. Kommerzielle Kommunikationen müssen klar als solche zu erkennen sein.
    2. Die natürliche oder juristische Person, in deren Auftrag kommerzielle Kommunikationen erfolgen, muss klar identifizierbar sein.
    …”

    Das sehe ich bei den von hallimash vermittelten Kosmos-Video-Anzeigen nicht gegeben.

    Im Printbereich ist zudem klar definiert, wie das gekennzeichnet werden muss:

    z.B. § 9 Berliner Pressegesetz

    “Kennzeichnung entgeltlicher Veröffentlichungen.

    Hat der Verleger eines periodischen Druckwerks oder der Verantwortliche (§ 7 Abs. 2 Satz 4) für eine Veröffentlichung ein Entgelt erhalten gefordert oder sich versprechen lassen, so hat er diese Veröffentlichung, soweit sie nicht schon durch Anordnung und Gestaltung allgemein als Anzeige zu erkennen ist, deutlich mit dem Wort “Anzeige” zu bezeichnen.”

    Dass eine klare Kennzeichnung der Anzeigen dem ‘Spaß’ abträglich sein soll, versteht wohl nur, wer einen Gewinn daraus zieht, anderen durch Täuschung das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Opfer seines solchen ‘Marketings’ sind in diesem Fall nicht nur die Leser, sondern auch der seriöse Auftraggeber, der durch unseriöse Werbemethoden unter Rechtfertigungsdruck gerät, sowie seriöse Blogs, die dadurch nur allzu leicht und fälschlicherweise unter Generalverdacht ‘alles nur gekauft’ geraten.

    Ist es denn nicht möglich, seriöses blog-marketing zu betreiben, indem man unterhaltsame, spaßige Werbung verbreitet – aber mit offenem Visier? Von einer guten ‘blog-marketing’-Agentur erwarte ich genau das. Aber dazu braucht es eben Ideen und Kreativität, anstatt plumper Täuschungsversuche.

  23. Wer schützt uns vor den Beschützern?
    Hach, Günni. “Opfer von Blog-Marketing”?!?!?! – Ohne Worte.

  24. Nein, nicht: >> Opfer von Blog-Marketing <> Opfer von solchem ‘Marketing’ <<

    Natürlich spreche ich mich nicht gegen Blog-Marketing aus, sondern gegen rechtswidrige Marketing-Aktionen, wie Verbrauchertäuschungen, welche du hier vehement verteidigst, u.a. in dem du falsch zitierst.

  25. @Günni: Solches Marketing wäre dann ja wohl Blog-Marketing? Und nach den Opfern sucht man nach wie vor vergebens.
    Du bist soooooo laaaaaaaaangweilig, Günni.

  26. @Günter
    “wie Verbrauchertäuschungen, welche du hier vehement verteidigst,”
    Also langsam machst du dich echt lächerlich.
    Wo wurden hier denn jemand getäuscht?? Erkläre mir dies bitte anhand deutlicher Beispiele!!!! Getäuscht wirst du vielleicht bei Brille Fielemann Spots oder wenn du Lasagne kaufst :))

  27. @Frank: “Solches ‘Marketing'” meint eine bestimmte Form von blog-marketing, nämlich die Verschleierung von Werbung, nicht blog-marketing generell. Ich gehe davon aus, dass es möglich ist, unter ein solches Video das Wort ‘Anzeige’ zu setzen und auf den Auftraggeber Kosmos hinzuweisen. tWenn du unter ‘blog-marketing’ generell Verschleierung des Werbecharackters verstehst, also das Werbung als redaktioneller Inhalt getarnt werden muss, dann trifft deine Einschätzung zu.

    @Tim:
    Die Täuschung findet dadurch statt, dass Werbung in Form eines redaktionellen Beitrages gemacht wird. Der Werbecharakter einer geschäftlichen Handlung wird verschleiert.
    Darum geht es in dem Artikel und in der Diskussion. Insofern verstehe ich deine Frage nicht.

    Konkretes Beispiel: Die Videos erscheinen in einem Blog, ohne dass deutlich wird, dass Kosmos für das Video zahlt.

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