“Spielen bildet”

Foto: BeTa-Artworks, Fotolia.com
Kinder sollten mit einer stärkeren Integration des Spiels in den Schulalltag gefördert werden. Das fordert das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) zum heutigen Weltspieltag

Die Schulen müssten sich nach Ansicht des DKHW der Frage stellen: Wie werden sie bei zunehmendem Ganztagsbetrieb dem Bedürfnis der Kinder nach Spiel, Freizeit, Ruhe und Erholung im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention gerecht? „Beim Spielen lernen Kinder anders als in der Schule, und sie lernen anderes als in der Schule. Beim Spielen lernen Kinder freiwillig und mit Spaß, über Versuch und Irrtum, ohne Versagensängste", sagt der DKHW-Geschäftsführer Holger Hofmann. Spielen und Lernen seien keine Gegensätze, sondern eng miteinander verknüpft.

Während des Kindergartenbesuches bliebe meist Zeit für das kindliche Spiel. Doch auch Kitakinder würden zunehmend mit einem voll durchstrukturierten Terminplan konfrontiert. Mit Beginn des Schulalltages gingen die Freiräume für das kindliche Spiel immer weiter verloren. Einhergehend mit einem zunehmend flächendeckenden Ganztagbetrieb von Schulen böten sich Kindern immer weniger Möglichkeiten, ihrem Bedürfnis nach freiem Spiel nachzugehen. Nach den schlechten Ergebnissen der Pisa-Studie sei die Erwartungshaltung der Eltern an Bildungseinrichtungen zudem enorm gestiegen. Den Pädagogen falle es zunehmend schwer, das Recht der Kinder auf Spielzeit den Eltern gegenüber zu behaupten. Einige Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen gingen neue Wege und schaffen den Balanceakt. Die Vielzahl deutscher Bildungseinrichtungen sei davon jedoch weit entfernt.

Klagen gegen Kinderlärm

Die Vereinten Nationen haben das Recht auf Spiel in die UN-Kinderrechtskonvention aufgenommen. Im Artikel 31 steht: „Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.“ In Deutschland ist die Konvention am 5. April 1992 in Kraft getreten. Trotzdem: „Immer wieder gibt es Klagen über Lärmstörungen durch spielende Kinder. Spielplätze oder Kindergärten werden daraufhin streng reglementiert oder geschlossen. Dabei sollten Kinder nicht an den Rand gedrängt, sondern mitten in der Gesellschaft – einen durchaus hörbaren – Platz haben. Kinder brauchen in einer reglementierten und durchgetakteten Zeit wie unserer Räume, um einfach sie selbst sein zu können“, schreibt die Kinderkommission des Deutschen Bundestages.

Das sieht auch Ralph Caspers so. Der Botschafter des Weltspieltages sagt: „Ich kenne viele Kinder, die einen volleren Terminkalender haben als ich. Fürs Spielen bleibt da kaum noch Zeit. Das ist übel, denn durchs Spielen lernen Kinder die Welt um sie herum kennen. Sie entwickeln dabei ganz nebenbei wichtige motorische, kognitive und soziale Fähigkeiten. Und das merken sie nicht einmal. Deshalb müssen wir
mehr als bisher dafür sorgen, dass Kinder spielen können.“

Zahlreiche Aktionen zum Weltspieltag

Der Weltspieltag steht in Deutschland und bei Partnern in Österreich und der Schweiz in diesem Jahr unter dem Motto „Spielen bildet!“. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen rund 200 Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ die Bedeutung des freien Spiels für Kinder ins Bewusstsein rufen und fordert gleichzeitig mehr Unterstützung für Konzepte ganzheitlichen Lernens. Rund um den Weltspieltag finden in mehr als hundert Kommunen rund 250 Aktionen statt, die vor Ort von öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen durchgeführt werden. Die Schirmherrschaft über den Weltspieltag 2013 hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages übernommen, Botschafter ist der Fernsehmoderator und Autor Ralph Caspers. Weitere Informationen unter www.weltspieltag.de.

Hinweis: Auch zuspieler.de ist Mitglied im Bündnis Recht auf Spiel.

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