Spiele-(Bau)anleitung

Foto: Manuela Käselau
Selbst sind der Mann und die Frau von heute. Wen Standardspielbretter anöden, der kann mit ein wenig handwerklichem Geschick sich selbst verwirklichen. Manuela Käselau zeigt anhand eines Malefiz-Spiels, worauf man beim Bau seines eigenen Spiels achten sollte.

Malefiz erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, seit mehr als 50 Jahren wird auf dem Malefiz-Spielbrett hinterhältig geblockt, rausgeworfen und sich diebisch gefreut, wenn andere das Ziel nicht erreichen. Mit ein bisschen Zeit und Geduld kann man sich sein eigenes Brett für blockierenden Spielspaß bauen, das erzeugt schon vor dem Spielen eine Menge Vorfreude auf die nächste Runde. Zudem kann man sich im Eigenbau ein Spielbrett in der gewünschten Größe anfertigen, den Spielfiguren die Lieblingsfarben anhübschen oder Platz für so viele Mitspieler schaffen, wie man möchte.

Materialaufwand ist überschaubar

Zunächst braucht man ein Spielbrett. Schichtleimholzplatten sind ganz gut geeignet, da sie relativ ruhige Oberflächen haben und nicht so schwer sind. Kleinere Platten in der Originalgröße von Malefiz bekommt man in vielen Baumärkten oder im Holzhandel sogar oft als Abschnitt für zwei bis drei Euro. Wenn man größere Bretter braucht oder keinen Abschnitt findet, ist das Brett meist aber immer noch für unter zehn Euro zu haben. Dazu bringt man sich aus dem Baumarkt sehr feines Schleifpapier mit, ein Blatt in Größe A5 reicht aus.

Des Weiteren braucht man Schablonen mit vorgefertigten Löchern in unterschiedlichen Größen, Geometriedreiecke und/oder Lineale, dazu einen spitzen Bleistift mit weicher Mine und einen Radiergummi.

Für das spätere Auftragen der Farblacke benötigt man Rundpinsel, diese sollten von guter Qualität sein, nicht haaren und feine Striche ermöglichen. Gut geeignet sind von der Firma Marabu die Pinsel Universal rund. Mit der Kombination aus einem Pinsel in Größe 1 und einem in Größe 2 ist man gut bedient, zahlt dafür knappe zwei Euro und hat auch für spätere Spielbrettergestaltungen noch Werkzeug. Auch bei den benötigten Lacken hat die Firma Marabu die Nase vorn. Sie stellt nämlich Acryllacke in kleinen Mengen zur Verfügung. Den Decormatt Acryl gibt es in Gläsern von 15 Millilitern, das reicht für gewöhnlich aus. Die Farbauswahl lässt kaum Wünsche offen, 54 Farben stehen zur Verfügung, dazu noch Silber, Gold und Kupfer in Metallicausführung, pro Glas muss man um die zwei Euro rechnen.

Zum Versiegeln braucht man zum Schluss einen Klarlack, auch hier hat Marabu was im Angebot, für die 500 Milliliter-Dose zahlt man um die 12 Euro. Hier tut es aber auch jeder andere Klarlack aus dem Baumarkt, da man mit der benötigten Menge in handelsüblichen Größen liegt. Der Lack sollte auf jeden Fall kratzfest sein und schnell trocknen. Für das Auftragen dieses Lackes hat sich eine Schaumstoffrolle aus dem Baumarkt bewährt.

Die Spielfiguren und Blockadesteine kann man ebenfalls im Bastelbedarf erstehen. Sie sollten allerdings in der Größe und Farbe zum Brett passen. Wenn man unbemalte Figuren und Steine bekommt, kann man sie mit den ohnehin vorhandenen Farblacken und dem Klarlack ohne Weiteres anpassen. Findet man keine geeigneten Exemplare, kann man sich diese auch aus hinreichend dicken Holzstangen selber sägen.

Geduld und Fingerspitzengefühl

Das Brett wird zunächst mit dem Schleifpapier glatt geschliffen, anschließend mit Wasser ein wenig angefeuchtet und nach dem Trocknen wieder angeschliffen. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis die Oberfläche wie gelackt erscheint.

Anschließend konstruiert man mit den Schablonen, Dreiecken, Linealen und dem Radiergummi das Spielfeld auf das Brett. Günstig ist es, von der Mitte des Brettes anzufangen, nicht vergessen, die Ränder mit einzuberechnen. Entweder überträgt man ein vorhandenes Spielbrett auf das eigene Brett oder verändert die Größe, muss dann aber auch die Spielfeldgröße anpassen. Wenn man mehr als die üblichen fünf Mitspieler haben möchte, muss das Brett entsprechend in der Breite und Höhe vergrößert werden, die Vergrößerung findet am besten in Zweierschritten statt, also statt fünf Mitspieler sieben oder neun oder elf… bis das Brett zu groß ist. Die mit dem Bleistift aufgetragenen Linien und Kreise können zum jetzigen Zeitpunkt immer noch mit dem Radiergummi korrigiert werden, sollte das nicht reichen, kann man mit dem Schleifpapier falsche Bleistiftstriche entfernen. An dieser Stelle kann man sich auch überlegen, ob man zwischen den Laufpunkten auf dem Feld verbindende Linien haben möchte. Entscheidet man sich dafür, kann man mit kräftigen Bleistiftstrichen diese aufmalen. So sind sie später sichtbar, müssen aber dazu nicht extra lackiert werden und stehen so optisch nicht so sehr im Vordergrund. Ist das Bleistiftmuster vollständig und korrekt, wird das gesamte Brett ein oder zwei Mal mit dem Klarlack überzogen, der jeweils nach ungefähr einer halben Stunde getrocknet ist. Dieser Arbeitsgang verhindert, dass sich der Buntlack später in der Maserung verlaufen kann, Fehler mit dem Buntlack können so auch noch mit einem Tuch abgewischt werden, wenn man schnell ist.

Nun kommt der Farblack an die Reihe, er wird mit den Pinseln auf die Spielpunkte aufgetragen. Der Zielpunkt und die Punkte, auf der die Blockadesteine zu liegen kommen, haben die gleiche Farbe, idealerweise die der Blockadesteine. Die restlichen Laufpunkte sollten in einer Farbe gestaltet sein, die nicht mit einer Spielfarbe übereinstimmt und auf der sich alle Spielfarben abheben. Die Spielfarben sind entsprechend frei wählbar, wer Muße hat, kann auch gestreifte oder gepunktete Spielfiguren gestalten, Hauptsache, die Punkte des Ausgangsfeldes jeder Spielfarbe sind entsprechend gleichfarbig. Anschließend wird das Spielbrett mittels Schaumstoffrolle mit dem Klarlack überzogen, bis zu sieben Male haben sich in der Praxis bewährt, auch hier muss der Lack zwischendurch trocknen. Auch die Spielfiguren sollte man mit einem Pinsel mit dem Klarlack überziehen, zweimaliges Lacken reicht hier in der Regel aus.

Wenn man schon dabei ist…

…kann man auch die Rückseite des Brettes mit einem anderen Spiel wie zum Beispiel Schach oder Mensch ärgere Dich nicht versehen oder aber das Brett nach eigenen Ideen anpassen. Wenn man dieses Spiel zum Beispiel immer mit den gleichen Mitspielern spielt, kann man die Spielfiguren auch mit den jeweiligen Namen versehen oder in den Länderfarben spielen lassen, aus denen die Mitspieler kommen. Da ein selbst gemachtes Spielbrett auch ein gutes Geschenk ist, kann man es auch an die Beschenkten anpassen, auf den freien Flächen zum Beispiel Fotos mit aufkleben, die dann ebenfalls mit übergelackt werden.

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