Spiel des Jahres 2010: Diskussion über Nominierte

Am 31. Mai hat die Jury des "Spiel des Jahres 2010" die fünf nominierten Spiele vorgestellt:

  • Dixit,
  • Identik,
  • A la Carte,
  • Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel – Bronzezeit und
  • Fresko.

Benhard Löhnlein, Sprecher der Jury "Spiel des Jahres" ist mit dem Jahrgang zufrieden: "Der Einfallsreichtum, mit dem die Autoren, Illustratoren und Verlage ihre Ideen in einzigartige Spiele verwandelt haben, hat uns auch in diesem Jahr wieder überzeugt. Das zeigt sich in der Liste der empfohlenen Spiele, mit der die Jury einige Trends ausfindig gemacht hat. An erster Stelle sind hier die Kommunikationsspiele zu nennen, von denen sich zwei auf der Nominierungsliste befinden. Weiterhin Zwei-Personen-Spiele, die nach einer längeren Pause derzeit eine Renaissance erleben, oder kurzweilige Würfelspiele, mit denen man auf Reisen oder am Ferienort nicht auf sein spielerisches Vergnügen zu verzichten braucht. Auffallend ist nicht zuletzt die große Zahl an anspruchsvolleren Spielen. Speziell für Spieler, die mit dem "Spiel des Jahres" groß geworden sind, findet sich auf der Liste ein reichhaltiges Angebot."

Wie üblich wird im Netz rege über die Favoriten der Jury diskutiert. Carsten Pinnow vom zuspieler.de-Kooperationspartner ludoversum.de kritisiert die Länge der Empfehlungslisten:

Sicherlich hat die Länge der Empfehlungsliste keinen quantitativen Einfluss auf die Konsumentenreaktion, doch wäre es trotzdem wünschenswert die Stärke der jeweiligen Jahrgänge besser zu reflektieren. Mit der Beschränkung auf nur zehn neben den Nominierten empfohlenen Spielen tut sich die Jury jedenfalls keinen Gefallen – es bleiben einfach zu viele interessante und herausragende Werke auf der Strecke.

Quelle: ludoversum.de

Doch wenden wir den Blick auf die Spiele, die den Sprung auf die Nominierungsliste geschafft haben. Sarah Kestering schreibt auf spielenswert.de dazu:

Sehr fröhliche Spiele! Jedenfalls die ersten drei, dazu ein nettes Würfelspiel und das einzig richtige Spiel, Fresko. Wobei ich mit richtigem Spiel meine, das es anspruchsvoller und kein Quickie ist. Das ist nicht negativ gemeint. Und ich glaube auch nicht das es das Ende für das vielbeschworene Kulturgut Spiel ist, falls A la Carte Spiel des Jahres wird.

Quelle: spielenswert.de

Auch Jens Loddeke von spiele-akademie.de findet die Auswahl gelungen, ist aber trotzdem nicht ganz zufrieden:

Die Jury scheint das Ziel zu verfolgen, Vielfalt bei den Spiel- Elementen zu zeigen. Das ist gelungen, denn kaufe ich mir alle 5 Spiele, habe ich einen bunten Strauß an Spielelementen zusammen und bekomme eine Menge Spaß und Abwechslung. Dennoch hätten es einige andere Spiele ebenfalls verdient, auf der Nominierungsliste (definitiv Tobago!) zu landen oder zumindest empfohlen zu werden.

Quelle: spiele-akademie.de

Spiel des Jahres plus: Was soll das?
Erstmalig hat die Jury in diesem Jahr den Sonderpreis "Spiel des Jahres plus" vergeben. Gewinner ist das Werk "Die Tore der Welt" von den Autoren Michael Rieneck und Stefan Stadler. Benhard Löhnlein, Sprecher der Jury "Spiel des Jahres": "Das Spiel setzt nicht nur auf kongeniale Weise die Romanvorlage von Ken Follett auf dem Spielbrett um. Es vermag gerade jenen Spielern, die mehr gefordert werden möchten, neue Spieltiefen zu erschließen. Mit dieser Auszeichnung honoriert die Jury, dass sich im Bereich der etwas anspruchsvolleren Spiele beachtliche Innovationen ergeben haben. Spiele dieser Art befanden sich zwar seit jeher im Fokus der Jury, wurden bislang aber nur auf der Empfehlungsliste berücksichtigt. Der Sonderpreis "Spiel des Jahres plus" soll denjenigen Menschen eine Orientierung bieten, die bereits über längere Zeit mit Spielen Erfahrung gesammelt haben. "

Ob das gelingt ist in der Blogosphäre umstritten. Peer Sylvester schimpft auf spielbar.com:

Als ärgerlich empfinde ich den Sonderpreis für “Tore der Welt” – da schwingt mir zu viel Angst mit, bloß nicht ein etwas komplexeres Spiel zu nominieren. Wenn aber Tore der Welt bereits einen Sonderpreis benötigt, dann schränkt sich die Jury für die Zukunft zu sehr ein – ein Siedler wäre dann kaum noch möglich.

Quelle: spielbar.com

Das sieht hachen darkpact ähnlich:

Die Zahl der Spiele für die Hartgesottenen wie mich wird also vermutlich dünner werden. Vielleicht ist das etwas schwarzgemalt, aber auch der Sonderpreis macht dieses Schluss deutlich. Oder werden die am Ende einen dritten, etwa grünen Pöppel einführen? Damit wir dann den roten für das Fußvolk und den neuen Plus für die Vielspieler haben? sehe ich noch nicht und gibt der Markt noch nicht her. Klingt nach toller Zukunftsmusik, aber da muss die Jury noch einiges leisten.

Quelle:hachen darkpact

Das Spiel des Jahres 2010 gibt die Jury am 28. Juni in Berlin bekannt. Der Preisträger wird am Vortag gewählt.

Aktualisierung, 22. Juni 2010: Am 28. Juni nennt die Jury ab 10.30 Uhr die Gewinner der Auszeichnung “Spiel des Jahres 2010”. Wie in den Vorjahren können Interessierte auf der Homepage des Vereins (fast) live dabei sein. “Gegen 10:15 Uhr schalten wir auf unserer Startseite den Zugang zu unserem Ticker frei. So können Sie mitlesen, was vor Ort passiert”, informieren die Spiele-Experten in einer Presseinformation.

Aktualisierung, 30. Juni 2010: Dixit ist das Spiel des Jahres 2010. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Übrigens: Nominiert für das "Kinderspiel des Jahres 2010" sind:

  • Diego Drachenzahn,
  • Kraken-Alarm,
  • Panic Tower!,
  • Turi-Tour und
  • Vampire der Nacht.

Aktualisierung, 10. August 2010: Diego Drachenzahn ist das Kinderspiel des Jahres 2010. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Tipps zum Weiterlesen und -spielen


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Ein Kommentar zu “Spiel des Jahres 2010: Diskussion über Nominierte

  1. ich finds gut, dass heuer tatsächlich (großteils) brettspiele nominiert worden sind. letztes jahr war ja dominion der gewinner und irgendwie – auch wenn mir das spiel sehr gefällt – gehört das nicht in diese kategorie. subjektives empfinden? 🙂 mein persönlicher favorit ist ja fresko. das find ich kommunikativ, lustig mit charme und einmal etwas anderes.

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