Staus kosten Zeit und Nerven. Vor allem, wenn kleine Mitfahrer auf der Rückbank quengeln. Reisespiele für unterwegs unterhalten den Nachwuchs.

Endlich Urlaub. Auf geht’s nach Italien, Spanien oder Frankreich. Das Auto ist dabei laut ADAC Reisemonitor 2010 für 54,7 Prozent der Befragten das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Auf langen Fahrten türmen sich darin im Kofferraum die Taschen. Und von der Rückbank drückt die Langeweile. Damit diese Erwachsenen und Kindern den Ferienanfang nicht schon auf der Autobahn vermiest, empfiehlt der ADAC, "im Wagen einfache Reisespiele bereitzuhalten". zuspieler.de stellt in zwei Artikeln Klassiker und Neuheiten für unterwegs vor. In diesem Beitrag liegt der Schwerpunkt auf kostenlosen Spielen, für die man wenig Material, aber viel Fantasie oder Aufmerksamkeit braucht. Den zweiten Teil der Miniserie über Reisespiele findest Du hinter diesem Link.

Rätselspiele für unterwegs

  • Lügenbaron
    Der Beifahrer erzählt ein Märchen und baut in dieses Lügen ein. Ganz nach dem Motto des bekannten Spottgedichts: Dunkel war’s, der Mond schien helle. Wer zuerst den Schwindel erkennt und "Stopp" ruft, darf sich eine Belohnung schnappen.
  • Wer bin ich?
    Hier eine Reisevariante des Klassikers. Ein Kind schlüpft in die Haut eines Prominenten, verrät aber nicht, wer es ist. Die Mitspieler versuchen durch möglichst wenige Fragen herauszufinden, um wen es sich handelt. Der Prominente darf dabei nur mit “Ja” oder “Nein” antworten.
  • Reise nach Nirgendwo
    Der Beifahrer denkt sich aus, was er für den Abstecher nach Nirgendwo einpacken will. Dabei wählt er einen Oberbegriff, zum Beispiel Tiere, alles mit dem Buchstaben H, oder alles aus Metall. Die Kinder raten und nennen, was ihnen einfällt. Immer wenn ein Vorschlag der geheimen Vorgabe entspricht, gibt es ein “Ja”. Durch kombinieren kann der Nachwuchs die Lösung eingrenzen. Wer den Oberbegriff findet, wird neuer Spielleiter.
  • Kennzeichen-Quiz
    Je größer die Entfernung von der Heimat, umso kleiner ist die Chance, bekannte Auto-Kennzeichen zu beobachten. Die Kinder müssen die Herkunft der Fahrzeuge anhand Kennzeichen erraten. Der Beifahrer kontrolliert die Antworten – zum Beispiel mit diesen Kfz-Kennzeichen-Listen.

Such- und Zählspiele für unterwegs

  • Kennzeichen-Bingo
    Wenn die Kinder einige Kennzeichen kennen, eignet sich dieser Zeitvertreib. Jeder Sprössling notiert zehn Stadtkürzel auf einem Zettel. Der Fahrer nennt die Kennzeichen der vorbeifahrenden Fahrzeuge. Stimmt eines davon mit einem der notierten überein, darf derjenige Spieler es durchstreichen. Wer zuerst alle Abkürzungen durchgerstrichen hat, gewinnt.
  • Auto-Bingo
    Statt Kennzeichen, können Kinder auch andere Dingen suchen. Zum Beispiel Verkehrszeichen, Laster oder Hochhäuser. Die Seite hallo-eltern.de hat verschiedene Auto-Bingokarten als Druckvorlage gestaltet. Weitere Varianten finden Interesierte unter mit-kindern-reisen.de.
  • Ampel-Roulette
    Die perfekte Ablenkung während einer Fahrt durch Dörfer, Städte oder Metropolen. Jeder Mitspieler entscheidet sich – fast wie beim französischen Vorbild- für die Farbe Rot oder Grün. Stoppt das Auto an einer roten Ampeln, erhalten rote Spieler einen Punkt. Kann es bei Grün durchfahren, freuen sich die grünen Spieler über einen Punkt.
  • Ich sehe was, was du nicht siehst
    Ein weiterer Klassiker unter den Reisespielen. Der Startspieler wählt einen Gegenstand in seinem Blickfeld aus und nennt dessen Farbe. Die Mitspieler versuchen zu erraten, worum es sich handelt. Um Streitigkeiten vorzubeugen, sind Dinge außerhalb des Autos natürlich verboten.
  • Augen auf
    Ein Mitspieler denkt sich ein Ding aus, nach dem alle Ausschau halten, zum Beispiel ein Windrad, eine Kuh oder ein Cabriolet. Derjenige, der es als Erster entdeckt, darf sich etwas Neues einfallen lassen.
  • Städte suchen
    Das Spiel "Finden Sie Minnden" von Günter Burkhardt funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Der Beifahrer legt den Auto-Atlas in die Mitte der Rückbank. Er bestimmt eine Seite, zum Beispiel Süddeutschland. Nun müssen die Kleinen auf dieser eine Stadt suchen. Wer sie als erster entdeckt, erhält einen Punkt.
  • Der Taschendieb
    Wer findet heraus, was der Langfinger geklaut hat? Zunächst inspiziert ein Detektiv den Inhalt eine Tüte, in die man Kugelschreiber, Parkscheibe, Eiskratzer und andere Fundstücke aus dem Auto steckt. Zwei Minuten hat er Zeit, um sich alle Gegenstände einzuprägen. Dann muss er die Augen schließen. Ein Stück wird aus der Tasche entfernt. Hat der Detektiv gut aufgepasst? Falls ja, bekommt er einen Punkt und der nächste Agent ist dran.

Wort- und Kommunikationsspiele für unterwegs

  • Satzbau
    Ein Spieler ruft laut das Kennzeichen eines überholenden Autos, z. B. "SB–RS 434". Wer als erster einen Satz mit den Buchstaben bildet, erhält einen Punkt. In der Prof-Variante können sich die Mitspieler darauf einigen, dass zum Beispiel immer ein Tier in dem Satz vorkommen muss. Schlangen brauchen.
  • Ich packe meinen Koffer
    Ein Klassiker, den jeder kennen sollte. Der Startspieler sagt: „Ich packe meinen Koffer und lege ein … (beliebiger Gegenstand) hinein.“ Der folgende Spieler wiederholt den Satz inklusive aller Gegenstände und fügt einen eigenen hinzu. Reihum müssen die Spieler so alle genannten Sachen in der richtigen Reihenfolge aufzählen und einen weiteres Ding hinzufügen. Vertauscht jemand ie Abfolge oder vergisst er einen Gegenstand, verliert er. Wer trainieren will, findet unter mach-parat.de eine Online-Version von "Ich packe meinen Koffer"

  • Wortschlange
    Das Spiel funktioniert nicht nur in Internetforen, sondern auch im Auto. Der erste Spieler nennt ein Wort, das aus zwei Begriffen besteht. Der nächste muss mit dem letzten der zwei Begriffe ein neues Wort bilden. Wem nichts einfällt, der verliert. In der Experten-Version punkten nur Wörter zu einem bestimmten Oberbegriff. Lautet das Thema beispielsweise Ferien, könnte das Spiel mit Sandstrand und Strandkorb beginnen.
  • Buchstabenkette
    Ähnlich wie die Wortschlange funktioniert die Buchstabenkette. Hier beginnt das neue Wort stets mit dem Endbuchstaben des vorherigen. Um die Schwierigkeit zu erhöhen, kann man hier ebenfalls ein Oberthema vorgegeben.
  • Mööp
    Die perfekte Unterhaltung für alle Mathegenies. Die Sieben und alle Zahlen, die durch sieben teilbar sind, dürfen nicht genannt werden. Jetzt wird reihum gezählt, bei eins begonnen. Wer bei einer verbotenen Zahl drankommt, ruft "Mööp!". Wer einen Fehler macht, scheidet aus. Geht natürlich auch mit anderen Zahlen.
  • Meistersatz
    Der Beifahrer nennt einen Buchstaben, zum Beispiel "S". Jeder Spieler muss nun einen Satz bilden, in dem alle Wörter mit "S" beginnen. Wer mag, macht ein Gewinnspiel draus. Sieger ist die Person mit dem längsten Satz.
  • Nein zu Ja
    Ein Kind interviewt den Mitspieler. Bei dessen Antworten sind die Wörter "Ja" und "Nein" tabu. Sobald eines davon fällt, endet die Runde und die Rollen werden getauscht. Wer es länger durchhält, gewinnt.
  • Dalli-Dalli
    Ein Spieler denkt sich eine Frage aus, zum Beispiel was braucht man im Auto? Dann heißt es schnell sein. Der Mitspieler rasselt in 60 Sekunden so viele Antworten runter wie möglich: "Benzin, Lenker, Gurte, …" Andere Themen funktionieren genauso: Was macht man am Strand? Was isst man in der Türkei? Der Beifahrer zählt die Punkte. Danach werden die Rollen getauscht.
  • Lachen verboten
    Die Mitspieler blicken sich tief in die Augen. Wer als Erstes lacht, verliert. Noch schwieriger: Egal, was die anderen fragen – ein Mitspieler darf immer nur mit "Pizza!" (oder einem beliebiges anderem Wort) antworten und dabei keine Miene verziehen.
  • Winkewinke
    Abwechselnd versucht man, Personen aus den Nachbarautos zum Winken zu animieren. Wer’s schafft, bekommt einen Punkt.

Mit den vorgestellten Reisespielen vergeht die Zeit auf der Straße hoffentlich wie im Flug. Und wenn nicht, helfen vielleicht die weiteren ADAC-Tipps für einen gelungen Start in den Urlaub mit Kindern.

  • Den Reisebeginn sorgfältig wählen – möglichst nicht am Wochenende oder am ersten Ferientag starten, wenn viel Verkehr zu erwarten ist. Bei Nachtfahrten Kinder Fall angeschnallt lassen und als Fahrer auf Anzeichen von Müdigkeit achten. Übernachtungsmöglichkeiten vorab organisieren.
  • Um dem Bewegungsdrang der Kinder nachzugeben, genügend Pausen einplanen – als Faustregel gilt: Im Durchschnitt jede Stunde einen Stopp einlegen und nicht mehr als 500 Kilometer pro Tag fahren. Unter rast.de können Autobahnraststätten mit Kinderservice angesteuert werden.
  • Von dicken Büchern bei bereits lesekundigen Kindern ist abzuraten. Wenn die Kleinen nicht regelmäßig hinausschauen, wird ihnen schnell übel.
  • Für Sonnenschutz im Fond durch Sonnenschilde mit Saugknopf oder Rollos sorgen. Außerdem empfiehlt sich bequeme, schweißabsorbierende Kleidung sowie Wechselwäsche, wenn der Nachwuchs sich unterwegs bekleckert oder übergeben muss.Gegen Übelkeit Reisekaugummis und Spucktüten bereithalten. 
  • Das Essen sollte leicht sein und möglichst nicht krümeln oder schmelzen können. Zum Trinken eignen sich Saftschorlen oder Tee in einer wieder verschließbaren Flasche oder bei kleineren Kindern in der Babyflasche. Für den Fall eines Staus an eine Notration denken.
  • Die Anschnallpflicht gilt bis zum letzten Meter Fahrt. Auch das Füttern und Wickeln von Babys muss warten, bis ein Rastplatz erreicht ist. Falls das Auto über eine Kindersicherung verfügt, diese aktivieren, ansonsten gilt für kleine Mitfahrer: Prinzipiell nach rechts zur Gehwegseite aussteigen, und erst, wenn der Fahrer es ausdrücklich erlaubt.

    Quelle: Pressemitteilung ADAC

Tipps zum Weiterlesen und -spielen:


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