Prioritäten setzen

Matthias Menzel . Foto: Selecta
Rückzug aus dem Segment der Kinderspiele, Ausbau der Produktion am Stammsitz im bayerischen Edling – der Holzspielzeug-Spezialist Selecta startet mit prägnanten Veränderungen ins neue Jahr. Vorstand Matthias Menzel erläutert im Interview mit der Fachzeitschrift «das spielzeug» die Hintergründe. zuspieler.de bedankt sich für die Zweitveröffentlichungsrechte.

Selecta konnte sich mit Kinderspielen immer erfolgreich auf dem Markt behaupten. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, dieses Segment aufzugeben?
Wir haben immer viel Entwicklungsarbeit in neue Kinderspiele investiert. Ein durchdachtes Spielprinzip, eine aufwändig gestaltete Ausstattung und eine Produktion in Deutschland gehörten auch hier zu unseren Prinzipien. Solche Spiele haben ihren Preis. Auf dem Markt gab es in den letzten Jahren eine Tendenz Spiele zu extrem niedrigen Preisen anzubieten und sie damit «wertlos» zu machen. Dem Endverbraucher ist ein Preis über zwanzig Euro mittlerweile nicht mehr zu vermitteln.

Einerseits wurde ein Sortiments-Bereich eingestellt, andererseits die Produktion deutlich ausgebaut. Wie passt das wirtschaftlich zusammen?
Wir konzentrieren uns mit dieser Entscheidung auf unsere Stärken: klassisches Spielzeug – modern interpretiert. Um im Bereich Baby/Kleinkind voll wettbewerbsfähig zu sein und die steigende Nachfrage zu bedienen haben wir unsere Kapazitäten erweitert und unsere Produktionsmaschinen modernisiert.

Wie ist der Neubau aufgestellt und welche Vorteile bringt er mit sich?
Wir erweitern unsere Produktionsräume von 1400 auf 2600 Quadratmeter. Auf dieser Fläche werden dann die Teile für unser Spielzeug produziert – vom Holzbrett zum farbigen und bedruckten Spielzeug. Wir können so noch flexibler auf die große Nach- frage im Bereich Baby/Kleinkind reagieren. Besonders zu Spitzenzeiten, wie zum Beispiel im Weihnachtsgeschäft ist es für uns wichtig unsere Bestseller schnell zu produzieren und so eine Lieferzeit von zwei bis drei Tagen für 95 Prozent unseres Sortiments zu garantieren.

Welche Rolle spielt der Standort Deutschland für Selecta? Haben Sie noch nie darüber nachgedacht, in einem günstigeren Nachbarland zu produzieren?
Für uns ist der Standort Deutschland auch ein gesellschaftliches Statement. Wir wollen den Standort Deutschland in der ganzen Wertschöpfungskette erhalten. Wir bewahren somit auch wichtiges Fachwissen für kommende Generationen. Natürlich ist es eine große Herausforderung für uns als Hersteller, den hohen Ansprüchen unserer Kunden unseren eigenen Ansprüchen an Design und Qualität sowie dem Preiswettbewerb gerecht zu werden und auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Da wir vom ersten Entwurf bis zum fertig montierten Spielzeug alles «unter einem Dach» haben, sind wir immer ganz nah am Produkt und können so auch eine Qualität garantieren, die wir anders nicht erreichen könnten.

Dennoch wagt Ihr Unternehmen den Blick über den Tellerrand. Im Dezember waren Sie mit einem eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Indien vertreten …
Unser Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland soll nicht bedeuten, dass wir nicht weltoffen sind. Es ist kein Geheimnis, dass die Deutschen immer weniger Kinder bekommen und wir als Spielzeughersteller darauf reagieren müssen. Neue Märkte und Kundenkreise zu erschließen sehen wir als Aufgabe für die Zukunft.

Dass Selecta dem Fachhandel eng verbunden ist, zeigt ein Treuesystem, das zur Spielwarenmesse 2011 eingeführt wurde. Wie hat es sich entwickelt?
Mit unserem Treuesystem wollen wir ausgewählte Partner dabei unterstützen, auf das veränderte Kaufverhalten der Endkunden zu reagieren. Wir bieten viel Information rund um unsere Produkte und die Marke Selecta an, aber auch spezielle Aktionen (wie zum Beispiel Schulungen) und Exklusivartikel nur für unsere Fachhändler.

Abschließend sind wir natürlich auf Ihre Neuheiten in 2012 gespannt. Welche Höhepunkte kann der Handel erwarten?
Im Jahr 2012 bringen wir wieder einige Klassiker auf den Markt. 2010 haben wir erfolgreich die «Kugelbahn Kullala» im den Handel eingeführt. Nun präsentieren wir eine dreieckige Kugelbahn für Kleinkinder. Und auch beim Nachziehspielzeug erwartet unsere Kunden ein zeitloser Klassiker: der «Nachzieh-Zug» neu interpretiert. Darüber hinaus gibt es für unsere Treuepartner wieder eine Auswahl an exklusiven Leistungen und Produkten.

Fragen: Scarlett Wisotzki, Chefredaktion "Das Spielzeug"
Antworten: Matthias Menzel
Gedruckt in: "Das Spielzeug"


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