Piratenspiel gewinnt

Brett Gilbert hat mit seinem Piraten-Spiel "Brethren of the Coast" den Hippodice-Autoren-Wettbewerb 2012 gewonnen. Andere Autoren, die sich über die Auszeichnung freuen durften, haben eindrucksvolle Karrieren als Spieleentiwckler gestartet. Auf dem zweiten Platz landete der US-Amerikaner Alf Seegert mit seinem Spiel Druid Stones, auf dem dritten Platz der Deutsche Hilko-Drude mit "Stapel-Lauf". zuspieler.de stellt die Gewinnerspiele sowie die Sieger der drei Sonderpreise vor.

1. Platz: Brethren of the Coast

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.
Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Freibeutern beziehungsweise Piraten. Auf dem Tisch liegt die spanische Flotte aus, die sie erobern sollen. Damit das gelingt, besitzt jeder Spieler selbst eine Flotte und Handkarten. Reihum setzen die Spieler zunächst immer ein Schiff ihrer Flotte. Dieses platzieren sie direkt neben einer ausliegenden spanischen Flotte. Danach müssen die Spieler immer eine Handkarte mit Beute-Symbolen, Kanonen oder Musketen ausspielen – offen oder verdeckt. Die Karte dürfen sie nicht an die gleiche Position wie das gerade gesetzte Schiff legen.

Sollten nach einigen Runden mehrere Schiffe eines Spielers an eine Karte gesetzt werden, wird daraus eine Flotte gebildet. Die Größe der Flotte bestimmt die Rangfolge bei der Verteilung der Beute. Sie wird nach jeder Veränderung überprüft. Je nach ausgespielten Beute-Symbolen, Kanonen oder Musketen, ist es profitabler weiter vorne oder weiter hinten in der Reihenfolge zu stehen, denn Kanonen und Musketen dezimieren den Wert der Flotte. Die Spieler sollten verdeckte Karten im Auge behalten, da ihnen sonst Schiffbruch und leere Kassen drohen. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Beute-Symbolen.

  • Autor: Brett J. Gilbert USA 3-5
  • Spieler: 3 bis 5 Personen ab acht Jahren
  • Dauer: etwa 25 – 40 Minuten
2. Platz: Druid Stones

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.
Druiden haben ihre heilige Ordnung. Die Spieler müssen diese beim Abbau im Steinbruch oder beim Aufstellen der Steine an den heiligen Orten beachten. Zunächst ist der würfelförmige Steinbruch in der Mitte des Tisches reihenweise Ebene für Ebene abzutragen. Jedes so gewonnene farbige Steinchen hat einen Wert, der von den zurückgelassenen abhängt. Gleichzeitig bestimmt der Wert den heiligen und manchmal auch unheiligen also negativen Ort, an dem die Steine abgelegt werden. Der Spieler, der bestimmte Konstellationen als erster erfüllt, erhält Bonuspunkte. Gewinnen kann aber am Ende nur der, der keinen seiner Steinkreise vernachlässigt hat. Nur das eigene am wenigsten wertvolle Heiligtum wird mit den Mitspielern verglichen.

  • Autor: Alf Seegert
  • Spieler: 1 bis 4 Personen ab sieben Jahren
  • Dauer: etwa 30 bis 45 Minuten
3. Platz: Stapel-Lauf

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.
Jeder Spieler hat in dieser taktischen Hetzjagd eine Figur, die im Kreis über Stapel aus verschieden farbigen Bausteinen läuft. Mit Zugkarten bestimmt er wie weit diese vorzieht. Verlässt die Figur einen leeren Stapel, bekommt ihr Besitzer den obersten Stein. Diese bringen am Ende Siegpunkte. Die Spieler ziehen die Zugkarten zufällig gezogen und müssen sie nutzen oder verschenken. Wer genug Karten als Geschenke erhält, ist im Vorteil. Er kann weiter ziehen oder gleich mehrere Steine vom Stapel nehmen. Das Spiel endet, wenn alle Steine einer Farbe abgebaut sind oder wenn nur noch eine bestimmte Anzahl von Türmen auf dem Tisch stehen. Für verschiedenfarbige Sätze an Steinen und noch vorhandenen Karten gibt es Siegppunkte. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

  • Autor: Hiko Drude
  • Spieler: 3 bis 4 Personen
  • Dauer: etwa 30 Minuten
Sonderpreis "Bestes Zwei-Personenspiel": Lamello

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.
Bei Lamello handelt es sich um ein abstraktes Strategiespiel aus Holz. Das Spielbrett besteht aus zwei Teilen. Auf dem ersten Teil, dem Markierungsfeld, sind verschiedene Farbkombinationen mit unterschiedlichen Werten in Spalten und Reihen abgebildet. Der zweite Teil besteht aus fünf Farbbändern. Diese sind in Schlaufen angelegt, auf denen verschiedene Farbfelder angebracht sind. Der Spieler, der an der Reihe ist, hat drei Züge. Damit kann er je ein Farbband beliebig weit vor oder zurück bewegen. Durch die Bewegung entstehen verschiedene Farbkombinationen. Ziel ist es, eine der vorgegebenen Farbkombinationen zu bilden. Jede erreichte Kombination kennzeichnet der Spieler auf dem Markierungsfeld mit einem seiner Spielsteine. Schließt er dabei ein oder mehrere Steine der gegnerischen Farbe ein, entfernt er diese vom Spielbrett. Diese Felder können die Spieler nun wieder belegen. Das Spiel endet, wenn keiner der beiden Kontrahenten eine der noch freien Kombinationen bilden kann. ZEs gewinnt der Spieler, der die höhere Gesamtsumme der Farbkombinationen gebildet hat.

  • Autor: Klaus Salzmann
  • Spieler: zwei Personen ab acht Jahren
  • Dauer: 45 bis 60 Minuten
Sonderpreis "Bestes kooperatives Spiel": Emergency Room

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.
In einem Mannschaft aus zwei bis vier Ärzten organisieren die Spieler den Alltag eines Krankenhauses mit Notaufnahme. Karten geben zum Beginn einer jeden Runde die Bedingungen für die nächste Schicht vor: Rettungswagen oder Hubschrauber bringen Patienten. diese müssen diagnostiziert und therapiert werden. Behandlungszimmer und Zeit sind dabei knapp. Mit einem gut durchdachten Mechanismus werden sowohl freie Kapazitäten als auch der Gesundheitszustand der Patienten von Runde zu Runde mit einem Fingerstreich gleichzeitig geändert. Das simuliert die verstrichene Zeit. Gemeinsam können die Spieler entscheiden, welche Fälle am dringendsten sind und sich gegenseitig mit ihren Fähigkeiten helfen. Das ist dringend nötig, denn vor der nächsten Sitzung der städtischen Geldgeber wird genau hingeschaut, wie erfolgreich das Krankenhaus arbeitet. Sowohl schwere Pannen als auch lange Wartezeiten werfen ein schlechtes Licht auf das Personal. Der Nächste bitte.

  • Autor: Florian Goldmann-Hartl
  • Spieler: zwei bis vier Personen ab zehn Jahren
  • Dauer: 60 bis 90 Minuten
Sonderpreis "Bestes abendfüllendes Spiel": KOHLEzechen & ZechenKolonie

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.
Die Spieler kaufen Zechen-Karten um Kohle auf dem Spielplan zu fördern. Dafür benötigen sie neben den Zechen-Karten auch Arbeiter. Diese befinden sich in Dörfern verteilt auf dem Spielplan. Die Dörfer grenzen an verschiedene Zechengebiete. Sobald eine Zeche errichtet ist, wandern die Arbeiter aus den Dörfern in die Zechen ab. Die Dörfer leeren sich. Daher benötigt man Geld nicht nur für die Aufrüstung der Zechen. Es dient auch der Gründung neuer Siedlungen, um neue Arbeiter für neue Zechen bereit zu stellen. Geld erhalten die Spieler durch die Auflösung der eigenen Zechen, die sie in eine Großzeche überführen. In den sechs Spielrunden gibt es regelmäßig Wertungen für Siegpunkte. Sieger ist, wer am Ende die meisten davon besitzt.

  • Autor: Thomas Spitzer
  • Spieler: 3 bis 5 Personen ab zwölf Jahren
  • Dauer: 90 bis 120 Minuten

Übrigens: Die Jury, die den Hauptpreis wählte, bestand dieses Jahr von links nach rechts aus Walter Scholz (Zoch Spiele), Peter Eggert (Eggert Spiele), Stefan Stadler (Kosmos), Uli Blenneman (Spielworxx), Stefan Brück(Ravensburger/alea), Matthias Wagner (AbacusSpiele), André Bronswijk (Pegasus Spiele), Uwe Mölter (Amigo), Klaus Ottmaier (Agentum), Moritz Brunnhofer (Hans im Glück) und Wieland Herold (Jury "Spiel des Jahres"). Unterstützt wurde der Spieleautorenwettbewerb von dem Friedhelm Merz – Verlag, www.spielematerial.de, der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) und der ”Jury Spiel des Jahres”.

Foto: Hippodice Spieleclub e.V.


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