Mogeln erwünscht

Foto: Sebastian Wenzel
750 neue Gesellschaftsspiele wurden in diesem Jahr auf der Essener Messe "Spiel" präsentiert. Darunter auch solche, die man alleine spielen kann oder bei denen Mogeln ausdrücklich erwünscht ist.

Mogel-Motte

Von wegen nur Spielverderber schummeln. Beim Kartenspiel "Mogel-Motte" von Emely und Lukas Brand ist das ausdrücklich erlaubt. Ziel ist es, als erster seine acht Handkarten loszuwerden – egal wie. Deswegen kann man eine Karte schon mal unter den Tisch fallen und sie danach im Jackenärmel verschwinden lassen. Zulässig ist beim Wegmogeln fast alles, was Spaß macht. Hauptsache, die Karte verschwindet unauffällig. Doch aufgepasst: Die Wächter-Wanze hat ihre Augen überall. Entdeckt sie einen Betrüger, muss dieser zusätzliche Strafkarten ziehen und wird die neue Wächter-Wanze. "Mogel-Motte" eignet sich für drei bis fünf Personen ab sieben Jahren. Das Spiel von Drei Magier Spiele kostet neun Euro, eine Runde dauert 15 bis 25 Minuten.

Frigiti

Bei "Frigiti" von Andrea Meyer fliegen keine Karten, sondern kreative Definitionen durch die Luft. Der Startspieler legt mit Buchstabenwürfeln ein Wort, das nicht existiert. Was verbirgt sich zum Beispiel hinter dem Begriff Kamazoph? Ein antiquiertes Aufnahmegerät für Kammerorchester, der Ehemann einer Kammerzofe oder die Angst vor kleinen Räumen? Anschließend bewerten die Spieler die unterschiedlichen Definitionen und verteilen Punkte. Das kreative Wortspiel, das etwa 45 Minuten dauert, eignet sich für vier bis sechs Spieler ab 13 Jahren und kostet bei BeWitched-Spiele knapp 20 Euro.

Onirim und Co.

Während für "Frigiti" mindestens vier Spieler zusammen kommen müssen, lässt sich "Onirim" von Shadi Torbey auch alleine spielen. 110 Karten entführen den Spieler in eine Traumwelt, aus der er entkommen muss. Nur wer rechtzeitig den Ausgang findet, bringt sich in Sicherheit vor den Alptraumwesen. Für die Suche benötigt man etwa 15 Minuten. Alternativ lässt sich die Traumwelt mit zwei Spielern betreten. Da "Onirim" dann ein kooperatives Spiel ist, gewinnen oder verlieren beide Personen gemeinsam. "Onirim" kostet acht Euro und ist bei Pegasus Spiele erschienen.

Wer Solo-Abenteuer mag, aber andere Themen bevorzugt, kann sich zum Beispiel bei 2F-Spiele umsehen. Der Verleger und Autor Friedemann Friese hat mit "Freitag" ein an Robinson Crusoe erinnerndes Abenteuer für Personen ab zehn Jahren auf den Markt gebracht. Das abstrakte Logikspiel "Solitaire Chess", bei dem man Schachrätsel lösen muss, gibt es für knapp 20 Euro bei HCM Kinzel.

King of Tokyo

Wer kann am besten brüllen, trampeln und Städte zerstören? Das finden Nachwuchsmonster bei "King of Tokyo" von Richard Garfield heraus. Zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren schlüpfen in die Rolle von Ungeheuern. Ziel ist es, als erster zwanzig Ruhmespunkte zu sammeln oder die anderen Monster zu eliminieren. Doch wer seine Konkurrenten zu aggressiv angreift, zieht deren Groll auf sich und gerät selber ins Visier. In Deutschland verkauft der Heidelberger Spieleverlag das rasante Würfelspiel vom Hersteller Iello für 30 Euro. Eine Runde dauert etwa 30 Minuten.

Tournay

Alle Vielspieler-Familien sollten einen Blick auf "Tournay" von Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban werfen. Obwohl es erst zur Messe "Spiel" in Essen erschienen ist, dürfen sich die Autoren schon über eine Auszeichnung freuen. Jedes Jahr bewerten die Leser der Spiele-Fachzeitschrift Fairplay alle Neuerscheinungen mit Schulnoten. 2011 schnitt "Tournay" am besten ab, mit einem Notendurchschnitt von 1,7.

Bei "Tournay" übernehmen die Spieler die Rolle reicher Adelsfamilien. Sie bauen die französische Stadt Tournay nach einem Normannenangriff wieder auf. Dazu kaufen sie Karten, aktivieren Gebäude und bekämpfen Ereignisse, die den Wiederaufbau behindern. Prestigepunkte bringt der Bau von prunkvollen Gebäuden. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Das Spiel von Pearl Games eignet sich für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren und wird voraussichtlich um die 30 Euro kosten. Eine Runde dauert zwischen 30 und 60 Minuten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der dpa.

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