Malefiz: 50 Jahre Blockadepolitik

Seit 50 Jahren sorgt das Brettspiel Malefiz für Aufregung und Nervenkitzel. Foto: Ravensburger

Eigentlich ist Malefiz politisch unkorrekt: Es verwandelt friedfertige Zeitgenossen in hinterhältige Banditen. Auf dem gemeinsam benutzten Parcours blockieren sie andere, was das Zeug hält. Gnadenlos, schadenfroh – ein Geheimnis, warum das Brettspiel 50 Jahre nach Erscheinen noch erhältlich ist. Pünktlich zur Geburstagsfeier veröffentlicht Ravensburger eine Pressemitteilung sowie O-Töne rund um das Spiel. zuspieler.de veröffentlicht Auszüge daraus sowie interessante Hintergründe zu dem Spiel:

Erwin Glonegger, der Grandseigneur des Brettspiels, war 35 Jahr lang Programmleiter bei Ravensburger. 1960 hatte er den richtigen Riecher: Im O-Ton erinnert er sich an den Erfinder von Malefiz

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Der Bäcker und Spieleautor Werner Schöppner war bei Glonegger an der richtigen Adresse. Er erkannte er, wie viel Spannung in dem Brettspiel stecken. Nur mit dem Namen, Der rote Stopper, war er nicht ganz glücklich. Die zündende Idee kam von der Familie des damaligen Firmenleiters Karl Maier:

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Malefiz ist ein altes Wort, das man heute kaum mehr hört. Ein Malefiz ist jemand, der es mit kleineren Verbrechen, Missetaten oder Verfehlungen nicht so genau nimmt. Im Lateinischen bedeutet maleficus laut Wikipedia boshaft, übel handelnd und/oder gottlos. Maleficium steht für Frevel, Verbrechen oder wenn man es wörtlich übersetzt für schlechte Tat.

Das Spiel, bei dem man für eine kurze Zeit mal genau so jemand sein darf, ging nach Verlagsangaben seither fünf Millionen Mal über die Ladentheke. Spielforscher Professor Rainer Buland von der Universität Mozarteum Salzburg erklärt den Erfolg und Reiz des Spiels mit der „Schadenfreude, die jeder an sich beobachten kann, wenn es darum geht, dem anderen ein Haxl zu stellen“. „Wir dürfen das und es hat keine schwerwiegenden Folgen.“ Das Familienspiel sei „der einzige Ort, an dem sich Eltern und Kinder auf Augenhöhe begegnen können“. Die Kinder genießen Buland zufolge „innerhalb der Spielregeln dieselben Freiheiten wie die Erwachsenen, und sie haben die gleichen Chancen auf den Sieg“. Wenn man Spieler fragt, bestätigen sie diese Meinung.

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Anstößige Schachtelgestaltung
Das Malefiz-Cover des niederländischen Grafikers Jan van Heusden iritierte vor 50 Jahren viele Leute. Foto: Ravensburger

Ein solch streitbares Spiel brauchte eine passende Titelgestaltung. Der niederländische Grafiker Jan van Heusden entwarf vor 50 Jahren ein Bild, das damals viele Betrachter schockierte: ein Räuber mit Pistole, schwarzem Hut, grimmigem Blick und einem gezwirbelten Schnauzbart; an seiner Seite jene Dame mit dem – für frühere Verhältnisse – tiefen Dekolleté; ein rauschebärtiger Professor mit Brille und seine brave Enkelin – das ging vielen zu weit. Das Bild hat bis heute seinen Reiz behalten. „Es verbindet Dramatik, künstlerische Qualität und signalisiert die wichtigsten Produktinformationen: spannend, interessant, geeignet für vier Personen jeden Alters und Geschlechts“, sagt Glonneggers.

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Die erste Ausgabe von Malefiz war sofort ausverkauft. Das Spiel erfuhr mehrere Neuauflagen, zum Teil als Werbespiel Kistomania für eine Getränkefirma oder mit aufwändigem Holzbrett. Lizenzausgaben erschienen in den USA unter dem Titel Obstruction, in den Niederlanden, in Schweden und Frankreich unter dem Namen Barricade. Zeitweise waren Abwandlungen erhältlich, die mehr Spieler zuließen. Aktuell vertreibt Ravensburger Malefiz in einer Variante für „schnelle Spielrunden“ als Spongebob Malefizspiel.

Tipp’s zum Weiterspielen und -lesen


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Kommentare
2 Kommentare zu “Malefiz: 50 Jahre Blockadepolitik”
  1. Katja Langer sagt:

    DAnke für den Beitrag!

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  1. [...] Malefiz: 50 Jahre Blockadepolitik | zuspieler.de über die Entstehung …17. März 2010 … Wer hat das Brettspiel Malefiz erfunden? … Die Kinder genießen Buland zufolge „ innerhalb der Spielregeln dieselben Freiheiten wie die … [...]



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