Im Trialog der Kulturen

Es ist eine der berühmtesten Fragen der Literaturgeschichte. Aufgeschrieben hat sie Johann Wolfgang von Goethe. Gestellt hat Sie das Mädchen Margarete, genannt Gretchen, an den Wissenschaftler Faust: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon?“

Auch wenn der Kontext der Frage sich inzwischen geändert hat, ist sie hochaktuell. In der Zeit nach dem 11. September mehr denn je. Heute rechtfertigen Fanatiker Kriege mit Religionen. Manche Politiker warnen vor einem Kampf zwischen Christen und Muslimen. Und dann gibt es da noch die Oberstufenschüler der Winfriedschule in Fulda. Sie wollen zwischen den Religionen vermitteln – mit einem Brettspiel.

Kirche trifft Moschee trifft Synagoge

Intension ist es, Wissen über Judentum, Islam und Christentum zu vermitteln, sowie die interkulturelle Kompetenz auf spielerische Art zu fördern. Darf man eine Moschee nur barfuss betreten? Wer die Antwort auf diese oder ähnliche Fragen kennt, hat bei dem Brettspiel gute Karten. Nicht nur bei diesen stehen die drei Glaubensrichtungen gleichermaßen im Mittelpunkt. Auf dem Spielbrett sind eine Kirche, eine Moschee und eine Synagoge aufgedruckt.

Das Spiel eignet sich laut Studienreferendarin Stefanie Herchet für Kinder ab elf Jahren. „In dem Alter spielt man eben gerne“, erklärt die 17-jährige Gymnasiastin Désirée Ogasa, die das Spiel mit entwickelte. Den Prototypen bauten die Schüler laut Frankfurter Rundschau zusammen mit Auszubildenden einer Fuldaer-Verpackungs-Firma. Wenn das Spiel in Serie geht, wollen sie es laut der Zeitung in Zukunft auch weiteren Schulen als Unterrichtsergänzung anbieten.

„Das Fremde erkennen und akzeptieren“

Mit dem Spiel nehmen die Schüler an einem Wettbewerb der Herbert-Quandt-Stiftung teil. „Trialog der Kulturen“ heißt er und soll Schülern und Lehrern die Möglichkeit bieten, Verbindendes und Trennendes in Judentum, Christentum und Islam zu entdecken. „Ziel ist es, die Antworten dieser Religionen auf existentielle Fragen zu reflektieren – damit das Zusammenleben in der gemeinsamen Heimat des globalen Dorfes gelingt“, informiert die Stiftung auf ihrer Webseite.

Seit 2005 schreibt die Stiftung den Wettbewerb aus. Schulen aller Schulformen ab der fünften Klasse sind aufgerufen, einjährige Projekte zu entwickeln, die zu ihren Schülern und ihren regionalen und sozialen Bedingungen passen. „Ich denke, wir tun gut daran in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft wie Europa heute ist, Schüler dazu zu bringen, dass sie den anderen sehen, dass sie das Fremde an ihm erkennen, dass sie über das Fremde nachdenken und dass sie es auch akzeptieren“, sagt Professor Clauß Peter Sajak, Professor für Religionspädagogik an der Universität Münster. Wer sich für den Wettbewerb interessiert, findet mehr Informationen darüber im folgenden Film:

Übrigens: Auch 2011/2012 findet der Wettbewerb wieder statt. Für das aktuelle Schuljahr können Schulen aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland interkulturelle Projekte zum Thema „Meine, deine, unsere Welt – wie gestalten wir die Zukunft" einreichen. Eine unabhängige Expertenjury wählt maximal zehn Schulen pro Bundesland für den Wettbewerb aus. Diese erhalten ein Startgeld von je 3.500 Euro zur Durchführung ihrer Projekte. Im Herbst 2012 werden die besten Beiträge dann bei einem Festakt in der Bad Homburger Schlosskirche mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 60.000 Euro ausgezeichnet. Mitmachen dürfen alle Schulformen ab der Jahrgangsstufe fünf. Bewerbungsfrist ist der 1. Mai 2011.

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