Holz in der Hütte

Knobelholz, Berlin. Foto: Knobelholz

Jens Buda verdient sein Geld mit Holz. Mal ist es Schokobraun, mal Ascheschwarz, mal Maisgelb, aber immer lädt es zum Spielen ein. Buda vertreibt Puzzles, Spiele und Rätsel, die die Zeit vertreiben. Er ist Inhaber und Gründer der Knobelholz GmbH. 1992 startet er mit seinem Unternehmen auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin. Inzwischen verkaufen 15 festangestellte Mitarbeiter für ihn Holzspiele in ganz Europa. Jetzt hat sich die Mannschaft einen neuen Vertriebskanal erschlossen – eine Kneipe in der Simon-Dach-Straße, mitten in einem Berliner Szenekiez. Das es dazu kam, war eher ein Zufall. Buda erinnert sich:

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Menschen betreten die Kneipe aus verschiedenen Gründen. Einige wissen, dass sie hier spielen können und kennen Knobelholz von Weihnachtsmärkten. Andere haben keine Ahnung, was sie erwarte. Touristen zum Beispiel. Egal, aus welchem Grund Besucher vorbeischauen. Sobald die meisten sitzen, wecken die Holzspiele auf den Tischen und in den Regalen ihre Neugier. "Ich schätze, dass 80 bis 90 Prozent unserer Gäste spielen, beziehungsweise versuchen, ein Puzzle zu lösen", sagt Buda.

Ist das Geschäftskonzept gescheitert?

Am meisten ist samstags und freitags los. Dann klingelt – im wahrsten Sinne des Wortes – die Kasse. Der Umsatz mit Speisen und Getränken unterscheidet sich aber nicht nur an diesen Tagen deutlich von der Zahl der verkauften Spiele. " Maximal zehn Prozent unserer Gäste kaufen ein Spiel", sagt Buda. Ist das Konzept also gescheitert? Buda verneint.

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In den Regalen der Kneipe stapeln sich bisher nur Produkte von Knobelholz. "Wenn es Holzspiele anderer Verlage gibt, würde ich darüber nachdenken, diese hier ebenfalls zu präsentieren. Pappbrettspiele verkaufe ich aber garantiert nicht. Die passen nicht in unser Konzept." Und weil Buda seine Firmenphilosophie so wichtig ist, findet man die Produkte von Knobelholz auch nicht in klassischen Spielwarenläden.

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Liebe zum Detail

Liebe zum Detail. Foto: Knobelholz
Hungrige Gäste können im Knobelholz zwischen zahlreichen Speisen wählen. Zum Frühstück gart der Koch Rühreier und polnische Würstchen. Das Bärlauch-Pesto zu den Spaghetti produziert das Feinkostunternehmen Piccanteria, an dem Buda ebenfalls beteiligt ist. Rund um Weihnachten gibt’s Salzwedeler Baumkuchen oder Nürnberger Lebkuchen.

Mindestens genauso viele Gedanken wie über die Speisekarte hat Buda sich über die Einrichtung gemacht. Dabei musste er einige Besonderheiten lösen, schließlich sollen sich in seiner Kneipe Spieler und "normale" Gäste wohlfühlen.

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Auch wenn das Geschäft im Moment etwas schleppend läuft, ist Buda optimistisch. Weihnachten steht vor der Tür. Das bedeutet Umsatz. 2011 will der Unternehmer den polnischen Markt erobern. Er plant, eine ähnliche Bar in Breslau aufzumachen. “Ob das klappt, hängt davon ab, ob wir die Räume bekommen. Ansonsten gehen wir halt nach Krakau."

Aktualisierung 20. Oktober 2010: Das Knobelholz ist geschlossen. “Nach sechs Monaten Kampf mit dem Vermieter sahen wir keine Möglichkeit dort zu bleiben. Es gab zu viele Probleme und zu viele Mängel, die seitens des Vermieter nicht beseitigt wurden”, schreiben die Macher im Internet. Ihre Vorwürfe haben sie dort ebenfalls dokumentiert:

  • “Der Ausbau zur Gastronomie durch den Vermieter erfolgte ohne Anmeldung beim Bauamt. Zur Eröffnung am 1. April erhielten wir so keine Zulassung als Gastronomie. Die Bauanmeldung und die Zulassung als Gaststätte erfolgte drei Monate später am 26. Juni. Das machte uns die ersten drei Monate sehr schwer.
  • Die Toiletten im Keller funktionierten nicht ordentlich. Die Hebeanlage pumpte erst ab wenn alle drei Toilettenbecken gleich voll gelaufen waren, dadurch stank der Keller und später sogar der Gastraum.
  • Die Küche war nicht nutzbar. Es konnte kein Essen angeboten werden. Der Schornstein wurde nicht richtig abgedichtet und die Küche war bei Inbetriebnahme der Dunstabzugshaube voller Ruß und Kohlestaub.
  • Hinter der Fluchttür im Keller befindet sich eine weitere Tür, die in die falsche Richtung aufgeht. Somit wäre die geamte Gastronomie vom Bauamt nach einer Kontrolle gesperrt worden.
  • Da alle Mängel nach fünfMonaten nicht beseitigt worden waren und sonst sich auch niemand hat sehen lassen vom Vermieter, haben wir die Mietzahlungen wegen Unbenutzbarkeit des Mietobjektes eingestellt. Wir wurden deshalb aufgrund des Vertragens mit einer Zwangsräumung aus den Räumlichkeiten verwiesen. Ein Gerichtsverfahren ist in Vorbereitung und wir fordern Schadensersatz.”

In wie weit diese Vorwürfe den Tatsachen entsprechen, werden die Gerichte entscheiden. Momentan sucht das Team neue Räume, um die knobelholz.de-Bar wieder zu eröffnen.

Tipps zum Weiterlesen und -spielen:

  • Knobelholz im Internet
  • Knobelholz bei Facebook
  • Dorfgasthof Tschitscher: das Spielehotel
  • Interview mit Michael Schmitt, Inhaber der Spielwiese Berlin

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