Gute Aussicht

Eltern verfolgen die Entwicklung ihrer Kinder mit Freude und Spannung. Im Kindergarten und in der Schule hoffen sie, dass ihr Kind Freunde findet und gut zurecht kommt. Heißt es nach einer Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt „Ihr Kind braucht eine Brille“, sind sie oft besorgt: Wie werden Freunde und Mitschüler reagieren? Eine Studie zerstreut eventuelle Sorgen um die Legende von der Brillenschlange. Foto: KGS

Kinder sind bei der Wahl ihrer Freunde rigoros. Wer am Nachmittag zum Spielen kommen darf und wer nicht, hängt von vielen Faktoren ab – auch von Äußerlichkeiten. Nicht entscheidend ist, ob der Spielkamerad eine Brille trägt. Dies zeigt eine Studie des Southern California College of Optometry.

Für ihren Test fotografierten die Wissenschaftler Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren und legten die Fotos 80 gleichaltrigen Kindern vor. Von den porträtierten jungen Menschen gab es zwei Fotos, einmal mit und einmal ohne Brille. Um auszuschließen, dass sich die befragten Kinder vom Gesichtsausdruck auf dem Foto beeinflussen ließen, griffen die Forscher zu einem Kniff: Sie setzten den Kindern fürs Brillenporträt keine Brille auf, sondern retuschierten diese elektronisch ins Bild. So hatten sie zwei bis auf die Sehhilfe identische Bilder.

Anhand der Fotos sollten die Kinder der Versuchsgruppe beurteilen, welches Kind intelligenter und besser aussieht und welches sie für sportlicher, schüchterner und ehrlicher halten. Zuletzt fragten die Tester, mit welchem Kind sie lieber spielen würden. Das Ergebnis: Die Brille spielt keine Rolle, ob ein Kind ein anderes für schüchtern, ehrlich oder attraktiv hält. Auch bei der Beurteilung, ob ein Kind sportlich oder unsportlich ist, schnitten die Brillenträger genauso gut ab wie Kinder ohne Brille.

„Die interessanteste Frage war für uns, ob die Brille Kinder bei der Wahl ihrer Spielkameraden beeinflusst. Zum Glück interessiert es Kinder nicht, ob diese eine Brille tragen oder nicht. Also braucht sich der Nachwuchs keine Sorgen zu machen, durch Brillen weniger beliebt zu sein.“

Dr. Jeff Walline, Assistant Professor am College of Optometry der Ohio State University in Columbus/Ohio

Hintergrund: Die Studie wurde 2007in der englischen Zeitschrift Ophthalmic and Physiological Optics veröffentlicht und trägt den Namen „What do kids think about kids in eyeglasses?“

Das passende Gestell für kleine Models

Wenn Kinder tatsächlich eine Brille benötigt, gilt es bei der Auswahl des richtigen Modells einiges zu beachten. Die Anforderungen an eine Brille variieren laut dem Kuratorium Gutes Sehen (KGS) je nach Alter und Aktivität. Eltern jüngerer oder sehr aktiver Kinder sollten auf strapazierfähige Modelle, etwa aus elastischem Titan, zurückgreifen. Produkte aus diesem extrem flexiblen, dabei aber harten und sehr leichten Werkstoff hätten den Vorteil, dass sie nach einer Verformung immer wieder in ihre Ursprungsform “zurücksprängen“. Bruchsichere Kunststoffgläser stellten sicher, dass beim Toben und Spielen nichts ins Auge gehe. Eng am Schläfenrand liegende Bügel und gepolsterte Nasenstege sorgten für zusätzliche Sicherheit. Bei der Fassungswahl sei neben dem Material die Größe entscheidend: Die obere Begrenzung für die Brille sei der Unterrand der Augenbrauen. Unten sollte sie nicht auf den Wangenknochen aufliegen.

Mit zunehmendem Alter der Kinder gewinnt das Urteil von Clique und Mitschülern auf dem Pausenhof an Bedeutung. Etwa ab dem zehnten Lebensjahr beginnen Heranwachsende, mit ihrem Äußeren zu experimentieren und verschiedene Styles auszuprobieren. Modelle im Retrostil und “Streberbrillen“ á la Johnny Depp haben längst ihren Weg in die Kinderbrillenmode gefunden. Für Eltern gilt auch hier: Der Köder, sprich die Brille, muss dem Fisch schmecken, also dem Kind. Eine Brille, die nicht gefällt, wird schnell in der Schultasche verschwinden.

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