Für Zocker, Taktiker und Gedächtniskünstler

Foto: Sebastian Wenzel
Am Montag wird das "Spiel des Jahres 2012" gewählt. Der Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung der Branche. Nominiert sind die Titel "Vegas", "Eselsbrücke" und "Kingdom Builder". Jedes der drei Spiele begeistert mit einem anderen Mechanismus.

Für Gedächtniskünstler: Eselsbrücke

Formeln, Vokabeln und Daten bleiben oft nur schlecht im Gedächtnis haften. Wie gut, dass es Eselsbrücken gibt. Je verrückter die Merksprüche, desto besser erinnert man sich an Fakten. Dieses Prinzip macht sich auch das Spiel "Eselsbrücke" von Ralf zur Linde und Stefan Dorra zu eigen, einem Überraschungskandidaten auf der Nominierungsliste. Die erste Auflage ist schon im Februar vergangenen Jahres erschienen. Die Jury hätte das Spiel locker für die Wahl zum "Spiel des Jahres 2011" nominieren können. Darauf verzichteten die Experten aber. Die Regeln waren für sie damals zu verwirrend. Die Verantwortlichen besserten nach und verkürzten für die zweite Auflage die Spieldauer und vereinfachten den Ablauf.

"Eselsbrücke" ist ein kommunikatives Spiel für die ganze Familie. Kinder, Eltern und Großeltern grübeln und assoziieren zusammen. Die Spieler ziehen aus einem Stoffbeutel Begriffe und verknüpfen diese mit einer möglichst abstrusen Geschichte. Was verbindet das Meer, Pommes und einen Cowboy? Der hungrige Cowboy isst Pommes und diese sind völlig ungesalzen. Er galoppiert zum Toten Meer, tunkt die Pommes ins Wasser und würzt sie so nach. Je verrückter die Erzählungen, desto besser erinnern sich die Mitspieler daran. Das bringt Punkte. "Eselsbrücke" bringt die Spieler durch verdrehte Geschichten zum Schmunzeln und trainiert nebenbei das Gedächtnis. An einige Geschichten erinnert man sich noch Wochen später.

"Eselsbrücke" ist bei Schmidt Spiele erschienen, kostet etwa 25 Euro und eignet sich für drei bis zwölf Spieler ab acht Jahren. Große Gruppen spielen in Zweier-Mannschaften gegeneinander. Eine Runde dauert etwa vierzig Minuten.

Für Zocker: Vegas

Während bei "Eselsbrücke" gelacht und kombiniert wird, wird bei "Vegas" von Rüdiger Dorn gezockt. Jeder will bei dem Würfelspiel den Jackpot in möglichst vielen Casinos knacken. Das gelingt nur, wenn am Ende einer Runde mehr eigene als fremde Würfel in einem Casino liegen. Doch aufgepasst: Haben zwei Spieler gleich viele Würfel in einem Casino, gehen beide leer aus. Nur der lachende Dritte stopft sich den Gewinn in die Taschen. Vorausgesetzt, er hat mindestens einen Würfel im entsprechenden Casino platziert.

Mit einfachen Mitteln verwandelt "Vegas" das Wohnzimmer in ein familientaugliches Zockerparadies. Taktik, Glück und Nervenstärke sind gefragt – egal, ob fünf oder zwei Spieler um das große Geld kämpfen. Dank einer cleveren Zusatzregel macht das Spiel auch mit wenigen Personen Spaß. "Wie in einem echten Casino steigt mit jedem Würfelwurf die Spannung. Entsprechend schwanken die Emotionen zwischen Hochgefühl, Ärger und Schadenfreude. Vor allem, wenn Zocker das Glück mit ein wenig Taktik und Risiko auch mal erzwingen", schreibt die Jury in ihrer Nominierungsbegründung. Nach circa dreißig Minuten ist eine Partie beendet. Daran können sich zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren beteiligen. "Vegas" kostet 25 Euro und ist bei Alea erschienen.

Für Taktiker: Kingdom Builder

Wer es lieber etwas taktischer haben möchte, der sollte zu "Kingdom Builder" von Donald X. Vaccarino greifen. Der Autor hat schon 2009 mit dem Kartenspiel "Dominion" die Auszeichnung "Spiel des Jahres" gewonnen. Bei "Kingdom Builder" schlüpfen die Spieler in die Rolle von Königen. Jeder versucht, sein Reich auszudehnen. Die Spieler bauen Häuser auf Wiesen, in Wäldern oder in der Wüste. Weise Herrscher berücksichtigen bei ihren Eroberungszügen stets die ausliegenden Siegpunktkarten. Diese Karten zeigen an, wofür die Spieler am Ende Siegpunkte kassieren.

Mal gilt es, möglichst viele Häuser neben Bergen anzusiedeln, mal auf horizontalen Reihen zu bauen. Je öfter "Kingdom Builder" auf den Tisch kommt, desto faszinierender ist es. Jede Partie erfordert eine unterschiedliche Strategie. Das liegt daran, dass der Spielplan zu Beginn des Spiels – ähnlich wie beim Klassiker "Die Siedler von Catan" – immer neu und immer anders zusammengesetzt wird. Außerdem liegen stets verschiedene Siegpunktkarten aus.

Während man bei "Eselsbrücke" mindestens zu dritt sein muss, funktioniert "Kingdom Builder" genau wie "Vegas" auch wunderbar zu zweit. Das Spiel ist bei Queen Games erschienen, eignet sich für maximal vier Mitspieler ab acht Jahren und kostet circa 43 Euro. Eine Partie dauert etwa 45 Minuten.

Der Artikel erschien erstmals im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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