Fairspielt

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Wer träumt nicht davon, die Welt zu verbessern und mit wenig Aufwand, andere Menschen zu unterstützen? Für Spieler ist das zumindest theoretisch kein Problem. Sie müssen nur zu den richtigen Produkten greifen. Welche das sind, versuchen unter anderem die Organisationen „Aktion fair spielt“ und „Spielzeug fair machen“ herauszufinden.

Sie setzen sich für die Beachtung der Menschenrechte ein und für die Einhaltung von grundlegenden Arbeitsnormen in der Spielzeugindustrie. Darunter verstehen die Organisationen vor allem, dass sich die Hersteller von Brett- und Kartenspielen am ICTI CARE-Prozess beteiligen sollen. „Mit diesem freiwilligen Programm will der Weltverband der Branche die Einhaltung elementarer Mindeststandards in den Fabriken gewährleisten“, informiert die „Aktion fair spielt“. Das Problem für die Käufer von Gesellschaftsspielen: Auf den Schachteln findet sich in der Regel kein Hinweis, ob die Verlage sich an dem ICTI CARE-Prozess beteiligen.

Die „Aktion fair spielt„ hat deshalb im Internet eine Übersicht veröffentlicht. Auf der Liste stehen Firmen, von denen der „Aktion fair spielt„ bekannt ist, dass sie in Fernost produzieren (lassen). „48 von ihnen haben nachgewiesen, dass sie und ihre Lieferanten sich am ICTI CARE-Prozess beteiligen. Diejenigen Firmen, die daran teilnehmen, tun das offenbar recht konsequent: Bei 40 der 48 Unternehmen ist mindestens die Hälfte der Lieferanten im Rahmen des ICTI CARE-Prozesses zertifiziert. In ihren Fabriken wurden bei unabhängigen Kontrollen keine Arbeitsrechtsverletzungen festgestellt. 23 der Unternehmen kaufen sogar nur bei zertifizierten Lieferanten“, schreibt die „Aktion fair spielt„ in einer Pressemitteilung.

"Aktion fair spielt" verlangt von Unternehmen Zertifikate

Nicht alle angefragten Unternehmen lassen sich so in die Karten schauen. Denn die „Aktion fair spielt„ verlangt als Nachweis für eine Zertifizierung, dass die Unternehmen Kopien der Zertifikate ihrer chinesischen Zulieferer oder Produktionsbetriebe vorlegen. Unternehmen, die das nicht machen, signalisieren laut „Aktion fair spielt„ „damit, dass sie sich nicht in der Verantwortung sehen, bei ihren Lieferanten für die Einhaltung der grundlegendesten Arbeitsstandards zu sorgen. Oder sie bringen damit zum Ausdruck, dass sie nicht gewillt sind, den Verbrauchern Rechenschaft über ihr Geschäftsgebaren zu geben.“

Wir haben uns die Liste der „Aktion fair spielt„ angeschaut und stellen die Angaben zu ausgewählte Unternehmen vor, die für Gesellschaftsspieler relevant sind. Dabei gilt es zu beachten, dass viele Unternehmen nicht ausschließlich Gesellschaftsspiele produzieren. Der Kosmos-Verlag hat zum Beispiel auch Bücher sowie Experimentier- und Zauberkästen im Angebot. Mattel verkauft nicht nur Gesellschaftsspiele, sondern auch Miniaturautos, Puppen und elektronisches Spielzeug. Es kann also durchaus sein, dass sich die Produktionsbedingungen von Brett- und Kartenspielen von den anderer Spielwaren unterscheiden. Eine Differenzierung nach Produktgruppen nimmt die „Aktion fair spielt„ nicht vor.


Beleduc Lernspielwaren GmbH

Das Unternehmen bezieht nach eigenen Angaben 90 Prozent seiner Ware von 25 Lieferanten in China, 0,5 Prozent von vier Lieferanten in anderen asiatischen Staaten. 2 Prozent der Ware stammen aus deutscher Produktion, 6,5 Prozent werden in anderen EU-Staaten hergestellt. (Stand: Dezember 2012) Im November 2011 hatte das Unternehmen noch angegeben, in China bei 95 Prozent Warenanteil drei Lieferanten zu haben.

Verhaltenskodex:
Zwei der 25 chinesischen Lieferanten des Unternehmens, von denen 81 Prozent der dortigen Produktion stammen, sind nach dem ICTI-Kodex zertifiziert. Nur für einen der beiden liegt der Aktion ein Nachweis vor, der zweite ist angefordert. (Stand: Dezember 2012)


Clementoni

Das Unternehmen bezieht nach Angaben des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie Ware aus China. Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage keine Auskunft über die regionale Gliederung der Produktion und die Zahl der Lieferanten in Asien erhalten.

Verhaltenskodex:
Das Unternehmen hat sich im Rahmen des so genannten Date Certain-Programms von ICTI dazu verpflichtet, ab 31.12.2010 nur noch bei ICTI-zertifizierten chinesischen Lieferanten einzukaufen. Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage bisher allerdings keine Informationen erhalten, welche Maßnahmen das Unternehmen ergreift, um bei seinen Lieferanten die Beachtung grundlegender Arbeitsrechte zu gewährleisten.


Franckh-Kosmos Verlag (Kosmos)

Das Unternehmen bezieht nach eigenen Angaben 20 Prozent seiner Produkte aus China, 2 Prozent aus anderen asiatischen Ländern, 60 Prozent aus Deutschland und 15 Prozent aus anderen Mitgliedsstaaten der der Europäischen Union. Das Unternehmen hat in China 11 Lieferanten, einen weiteren in einem anderen asiatischen Land. (Stand: März 2011)

Das Unternehmen hat sich im Rahmen des so genannten Date Certain-Programms des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) verpflichtet, ab dem 31.10.2006 nur noch bei chinesischen Herstellern mit ICTI-Zertifikat einzukaufen. (Stand: Februar 2006). Acht chinesische Lieferanten des Unternehmens sowie der asiatische Lieferant außerhalb Chinas sind nach dem ICTI-Kodex zertifiziert. Ein weiterer chinesischer Lieferant ist nach dem Standard SA8000 von Social Accountability International zertifiziert. (Stand: Mai 2011)


Habermaaß

Die Produktion des Unternehmens fand nach eigenen Angaben Anfang 2010 zu 68 Prozent in Deutschland, zu 6 Prozent in anderen EU-Staaten, zu 23 Prozent in China und zu 3 Prozent in anderen asiatischen Ländern statt. In China hat das Unternehmen 102, in anderen asiatischen Ländern 20 Lieferanten. (Dezember 2012)

Verhaltenskodex:
Das Unternehmen hat sich im Rahmen des Date Certain-Programms des ICTI CARE-Prozesses verpflichtet, ab dem 30.6.2006 nur noch bei chinesischen Herstellern mit ICTI-Zertifikat einzukaufen. (Februar 2006). 14 der 102 chinesischen Lieferanten des Unternehmens sind nach dem ICTI-Kodex zertifiziert. Auf die zertifizierten Lieferanten entfallen nach Unternehmensangaben 63 Prozent des Einkaufswertes aus China. (Dezember 2012)


Hasbro

Die Aktion fair spielt hat auf mehrfache Anfrage keine Auskunft über die regionale Gliederung der Produktion und die Zahl der Lieferanten in Asien erhalten. Im Dezember 2011 veröffentlichte das Unternehmen in seinem CSR Report eine Liste mit den Namen von 46 chinesischen Lieferanten, auf die nach Unternehmensangaben etwa 80Prozent der Spielzeug- und Spieleproduktion des Unternehmens in Fernost entfallen. » Link zu der Lieferantenliste

Verhaltenskodex:
Die amerikanische Mutterfirma hat sich verpflichtet, ab 2006 nur noch von Lieferanten einzukaufen, die nach dem Kodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) zertifiziert sind. Das Unternehmen hat der Aktion fair spielt auf Anfrage keine Zertifikate des ICTI CARE-Prozesses vorgelegt. Im CSR Report von Dezember 2011 bestätigt das Unternehmen, dass die 46 offen gelegten Lieferanten (siehe oben) nach dem ICTI-Kodex zertifiziert sind. » Link zu der Übersicht


Hutter Trade

Die Ware des Unternehmens stammt nach eigenen Angaben zu 70 Prozent aus Deutschland, zu 10 Prozent aus anderen EU-Staaten und zu 20 Prozent aus China. In China hat das Unternehmen vier Lieferanten. (Dezember 2012)

Verhaltenskodex:
Alle vier chinesischen Zulieferbetriebe des Unternehmens sind nach dem ICTI-Kodex zertifiziert. (Dezember 2012)


Jumbo Spiele

Die Ware des Unternehmens wird nach eigenen Angaben zu 60 Prozent in China und zu 40 Prozent in EU-Staaten hergestellt. Über die Zahl der Lieferanten in China liegen keine Informationen vor. (Dezember 2012)

Verhaltenskodex:
Für acht chinesische Lieferanten legte das Unternehmen im Februar 2009 ICTI-Zertifikate vor. Aktuelle Informationen darüber, was das Unternehmen tut, um bei seinen Lieferanten die Beachtung grundlegender Arbeitsrechte zu gewährleisten, hat die Aktion fair spielt auf Anfrage nicht erhalten.


Lego

Die Produktion der Lego Group findet nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2011 zu 29 Prozent in Dänemark, zu 31 Prozent in anderen EU-Mitgliedsstaaten, zu 27-29 Prozent in Lateinamerika und zu 10-12 Prozent in China statt. Im Dezember 2012 gibt das Unternehmen nur noch einen Produktionsanteil für China an (10 Prozent). In China hat das Unternehmen 36 Lieferanten, in anderen asiatischen Ländern drei, in Lateinamerika 11. (Stand: Dezember 2012)

Verhaltenskodex:
Die Lego Group hat sich verpflichtet, ab 1. Januar 2006 nur noch von Lieferanten einzukaufen, die nach dem Kodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) zertifiziert sind. Im Februar 2009 teilte das Unternehmen der Aktion fair spielt mit, "unsere Lieferanten innerhalb der Spielwaren-Industrie in China sind alle ICTI Care zertifiziert oder befinden sich gerade im Prozess der Zertifizierung". Im Dezember 2012 sind nach Firmenangaben lediglich 14 der 36 chinesischen Lieferanten nach dem ICTI-Kodex zertifiziert; Nachweise dafür liegen der Aktion fair spielt nicht vor.


Ludo Fact

Das Unternehmen produziert nach Informationen des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie ausschließlich am Standort Jettingen.


Mattel

Das Unternehmen bezieht nach eigenen Angaben von Juli 2009 75 Prozent seiner Waren von 48 Lieferanten aus China. 10 Prozent kommen aus drei Mattel-eigenen Fabriken in Indonesien, Malaysia und Thailand, 15 Prozent aus anderen Ländern. Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage keine aktuelle Auskunft über die regionale Gliederung der Produktion und die Zahl der Lieferanten in Asien erhalten.

Verhaltenskodex:
Der amerikanische Mutterkonzern hat sich verpflichtet, ab 1.1.2006 nur noch von chinesischen Lieferanten einzukaufen, die nach dem Kodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) zertifiziert sind. Nach Firmenangaben von Juli 2009 waren 98 Prozent der chinesischen Lieferanten nach dem ICTI-Kodex zertifiziert, 2 Prozent für den ICTI CARE-Prozess registriert. Die drei anderen asiatischen Betriebe haben ein ICTI-Audit ohne Beanstandungen durchlaufen. Für diese Angaben liegen der Aktion fair spielt aber keine Belege vor.


Piatnik

Das Unternehmen bezieht nach eigenen Angaben 6 Prozent seiner Produkte von vier chinesischen Lieferanten, den Rest aus der Europäischen Union. (Dezember 2012)

Verhaltenskodex:
Das Unternehmen hat sich im Rahmen des Date Certain-Programms desICTI CARE-Prozesses verpflichtet, ab dem 30.6.2006 nur noch bei chinesischen Herstellern mit ICTI-Zertifikat einzukaufen. (Februar 2006). Alle vier chinesischen Lieferanten des Unternehmens sind nach dem ICTI-Kodex zertifiziert.


Ravensburger Spieleverlag GmbH

Die Produktion des Unternehmens findet nach eigenen Angaben zu 40 Prozent in Deutschland, zu 50 Prozent in anderen EU-Mitgliedsstaaten, zu 9 Prozent in China und zu 1 Prozent in anderen asiatischen Ländern statt. Das Unternehmen hat in China nach eigenen Angaben 19, in anderen asiatischen Ländern einen Lieferanten. (Dezember 2012)

Verhaltenskodex:

Das Unternehmen hat sich im Rahmen des Date Certain-Programms des ICTI CARE-Prozesses verpflichtet, ab dem 30.3.2006 nur noch bei chinesischen Herstellern mit ICTI-Zertifikat einzukaufen.

Alle asiatischen Lieferanten des Unternehmens sind nach dem ICTI-Kodex zertifiziert.


Schmidt Spiele

Nach Angaben des Unternehmens von Februar 2008 stammten die Produkte des Unternehmens seineerzeit zu 95 Prozent aus Deutschland bzw. der Europäischen Union und zu 5 Prozent aus China. Damals hatte das Unternehmen in China nach eigenen Angaben zwei Lieferanten.

Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage keine aktuelle Auskunft über die regionale Gliederung der Produktion und die Zahl der Lieferanten in Asien erhalten.

Verhaltenskodex:

Das Unternehmen hat sich im Rahmen des so genannten Date Certain-Programms des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) verpflichtet, ab dem 31.12.2005 nur noch bei chinesischen Herstellern mit ICTI-Zertifikat einzukaufen.

Die beiden chinesischen Lieferanten des Unternehmens waren nach Angaben von Anfang 2008 nach dem ICTI-Kodex zertifiziert.

Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage keine aktuellen Informationen erhalten, welche Maßnahmen das Unternehmen ergreift, um bei seinen Lieferanten die Beachtung grundlegender Arbeitsrechte zu gewährleisten.


Zoch

Das Unternehmen bezog Anfang 2009 nach eigenen Angaben 75 Prozent seiner Produktion aus Deutschland bzw. der Europäischen Union und 25 Prozent aus China. Das Unternehmen hatte seinerzeit in China drei Lieferanten. (Stand: Januar 2009)

Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage keine Auskunft über die regionale Gliederung der Produktion und die Zahl der Lieferanten in Asien erhalten.

Verhaltenskodex:

Das Unternehmen hat sich im Rahmen des so genannten Date Certain-Programms von ICTI verpflichtet, nach dem 31. Dezember 2007 nur noch bei ICTI-zertifizierten Lieferanten einzukaufen. (Stand: September 2006)

Die drei chinesischen Lieferanten des Unternehmens waren Anfang 2009 nach dem ICTI-Kodex zertifiziert. (Stand: Januar 2009)

Die Aktion fair spielt hat auf Anfrage keine Informationen erhalten, welche Maßnahmen das Unternehmen ergreift, um bei seinen Lieferanten die Beachtung grundlegender Arbeitsrechte zu gewährleisten.


Hinweis: Alle Angaben stammen von der "Aktion fair spielt". Stand der Angaben ist der 11. Januar 2013. Die stets aktuelle und komplette Firmenliste finden Interessierte im Internet.


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