fair spielt
Grün ist beliebt. Immer mehr Verbraucher bevorzugen Waren die unter Einhaltung von sozialen Standards produziert wurden. Das zeigt sich vor allem bei Lebensmitteln, sagt Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair.
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Doch nicht nur die Herstellung von Kaffee, Bananen oder Schokolade wird überwacht. Die Aktion fair spielt fordert Hersteller und den Handel zu mehr Engagement für die Einhaltung von Menschenrechten in der Spielzeugproduktion auf. 80 Prozent des weltweit gehandelten Spielzeugs kommen aus China. Oft würde es unter miserablen Arbeitsbedingungen produziert.
“Geiz ist geil’ hat ausgedient”
"Wer einkauft, entscheidet mit über die eigene Gesundheit und die der Kinder und Enkelkinder, über den Zustand der Umwelt, aber auch über die Lebens- und Arbeitsbedingungen anderer Menschen", sagt Josef Sayer, der Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor. "Ich bin mir sicher: Die Menschen wollen sinnvolles, ungefährliches und unter menschenwürdigen Bedingungen hergestelltes Spielzeug kaufen. ‚Geiz ist geil’ hat ausgedient. Ich appelliere daher an die Verbraucher, beim Kauf nachzufragen, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt wurden."
Jürgen Bergmann vom Nürnberger Bündnis Fair Toys, das regelmäßig mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen bei der Spielwarenmesse in Nürnberg auf die Verletzung von Menschenrechten in der Spielzeugproduktion aufmerksam macht, kritisiert insbesondere die Untätigkeit vieler Fachhandelsfirmen. "Der Fachhandel nimmt für sich in Anspruch, für Qualität zu stehen. Da ist es schon verwunderlich, dass die Fachhandelsverbände mit einer einzigen Ausnahme völlig untätig bleiben, wenn es um den Nachweis ordentlicher Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten geht."
In einer laufend aktualisierten Firmenübersicht informiert die Aktion fair spielt auf ihrer Website darüber, welche Unternehmen auf die Einhaltung ihres Branchenkodex achten und sich an dem Programm des Weltverbandes der Spielzeugindustrie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beteiligen und welche nicht. Aktuell weist die Liste 137 Unternehmen aus, von denen erst 63 mit der Umsetzung des Programms begonnen haben. Darunter finden sich auch Namen von Brettspieleherstellern wie Amigo, Kosmos oder Hasbro.
Hintergrund: Die Aktion fair spielt wird vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, dem Nürnberger Bündnis Fair Toys und der Werkstatt Ökonomie getragen. Sie setzt sich gemeinsam mit Partnern in Asien und Europa für die Beachtung der Menschenrechte und grundlegender Arbeitsstandards in der Spielzeugindustrie ein. Den Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie und das Programm, mit dem seine Einhaltung seit 2003 überprüft wird, hält die Aktion fair spielt für erste Schritte der Branche in die richtige Richtung – vorausgesetzt sie werden wirksam, glaubwürdig und transparent umgesetzt.
Damit dies auch gewährleistet wird, drängt die Aktion fair spielt den Weltverband, die Kontrollen in den Fabriken zu verbessern, Arbeiterinnen und Arbeiter über ihre Rechte zu informieren und an den Kontrollen zu beteiligen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher über Fortschritte in der Umsetzung des Kodex zu informieren.
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