Buddenbrook-Charme statt Aktien und Heuschrecken

Carlo A. Rossi führ die Spieler bei Hab & Gut in die Gründerzeit, in der  aufstrebende Industriebarone  versuchen, durch geschickten Handel ihre Gewinne zu vergrößern. Michael Menzel und Christof Tisch übernahmen die Gestaltung des Spiels. Foto: Winning Moves.

Michael Menzel ist freier Illustrator und seit 2003 im Brettspielebereich tätig. Gemeinsam mit Christof Tisch hat er bereits mehrere Spiele gestaltet. Bei Hab & Gut ist ihnen das so gut gelungen, dass sie beim Graf Ludo für die besten Famlienspielgrafik nominiert waren. Die Börsen- und Handelssimulation setzt auf Kaufen, Verkaufen und Spenden. Vor allem die Gestaltung des Covers und des Spielplans überzeugte die Jury. Im Kurzinterview berichtet Menzel über die Entstehungsgeschichte.

Wie sind Sie mit dem Spiel in Berührung gekommen?
Der Geschäftsführer von Winning Moves, Michel Mattschoss, hat mir das Spiel 2007 in Essen gezeigt. Ich war sofort Feuer und Flamme, vor allem die Spielidee hat mir gefallen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als wir schließlich den Auftrag bekommen haben.

Wie war der weitere Ablauf?
Ich arbeite sehr eng mit dem freien Redakteur Jürgen Valentiner-Branth zusammen, der im Auftrag von Winning Moves bei der Entwicklung neuer Spiele die Fäden in der Hand hält. Er ist der Erste, der meine Entwürfe sieht, und so war es auch bei Hab & Gut. Wir haben uns getroffen und über die Gestaltung gesprochen. Der Name des Spiels entstand dabei ganz nebenbei. Bei der Gestaltung des Covers gab es zwei Ideen: Eine Szene spielt draußen vor der Börse, die zweite versetzt den Betrachter direkt ins dunkle, verrauchte Innere. Es sollte nicht so sehr nach Aktien und Heuschrecken aussehen, sondern eher den Charme des Buddenbrook-Romans von Thomas Mann ausstrahlen.

Nach diesem Muster haben Sie alle weiteren Spielelemente gestaltet?
Ja, vom Spielplan über die Karten bis zum Cover haben alle Illustrationen diese Handschrift erhalten. Die Spielkarten sollten dabei wie eine Zeitung aussehen. Ungewöhnlich war, dass alle relevanten Informationen am seitlichen Rand stehen müssen, damit die Karten beim Spielen wie ein Fächer aufgestellt werden können. Das eigentliche Kartenbild ist damit meist verdeckt. Christof Tisch hat dann unter Einhaltung der Maße die Illustrationen zusammengesetzt und die einzelnen Schriftarten ausgewählt.

Was halten Sie von der Etablierung eines Spielgrafikpreises?
Ich denke, dass dieser den Ansporn für uns Illustratoren deutlich erhöht. Ich vermute, das wird die ohnehin sehr guten Illustrationen auf dem Spielemarkt insgesamt noch weiter verbessern.

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