Entwicklungsarbeit

Vor wenigen Wochen haben Bundespräsident Joachim Gauck und Entwicklungsminister Dirk Niebel zweihundert Kinder und Jugendliche ausgezeichnet. Prämiert wurden Beiträge zum Entwicklungspolitik-Wettbewerb des Bundespräsidenten. Unter den Gewinnern sind auch Erfinder von Gesellschaftsspielen. zuspieler.de stellt die Projekte vor.

Das Motto des Wettbewerbs „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“lautet dieses Jahr „Was siehst du, was ich nicht sehe? – Perspektive wechseln!“ Die Schüler sollten die Welt durch andere Augen betrachten, sich eigener und fremder Perspektive bewusst werden und sich fragen, was unterschiedliche Lebensverhältnisse bedeuten.

Schulwege treffen Würfel


Den zweiten Preis in der Kategorie „Klassen 1 bis 4“ gewannen die Erfinder eines Würfelspiels: die Kinder der Georg-Anton-Urlaub-Grundschule Thüngersheim (Bayern), der Grundschule Walpertskirchen (Bayern), der Gemeinschaftsgrundschule „Am Hagen“, Brilon-Hoppecke (NRW) und der Grundschule am Schleipfuhl (Berlin). Die Kinder der vier deutschen und sowie einer ugandische Klasse malten ihre Schulwege. Per E-Mail tauschten die Schüler die Bilder aus und kommentierten diese. Daraus ergaben sich Fragen undGespräche. Aus den Bildern entstanden Würfel, die im Unterricht eingesetzt werden können. So können Schüler spielerisch mit jedem Wurf einen neuen Schulweg entdecken. Der Ansatz, das komplexe Thema „Eine Welt“ auf ein bekanntes, allen Schulkindern gemeinsames Thema herunterzubrechen, imponierte der Jury. Mehr dazu im obigen Video.

Brasilien trifft Deutschland


Auch der zweite Preis in der Kategorie „Klassen 7 bis 10“ ging an die Entwickler eines Brettspiels, an die Schüler der Freie Waldorfschule Sorsum, Wennigsen (Niedersachsen). Beim Spiel der Brasilien AG gibt es weder Verlierer noch Gewinner. Vielmehr geht es darum, die eigene Perspektive zu verändern und die Lebensumstände in Brasilien kennenzulernen. Die Spielfiguren sind selbst geschnitzt. Alle Spielkarten sind zweisprachig, um die Sprache zu schulen und das Spiel auch mit Schülern der Partnerschule in Brasilien spielen zu können. Der Jury hat insbesondere gefallen, dass die Spieler über Wissens- und Ereigniskarten selbst erleben, inwiefern das eigene Handeln Auswirkungen hat – auch auf das weit entfernte Land. Mehr dazu im obigen Video.

Asylant trifft Urlauber


In der Kategorie „Klassen 11 bis 13“ landeten die Autoren des Würfelspiels „Endstation Sehnsucht“ auf dem dritten Platz. Das Spiel der Schüler der Staatlichen Fach- und Berufsschule Ingolstadt ist für zwei Spieler konzipiert: einen deutschen Urlauber auf dem Weg zu einer Urlaubsreise nach Kenia und einen Somali, der auf dem Weg nach Deutschland ist, um dort Asyl zu beantragen. Die Spielregeln sind dabei alles andere als gerecht: Fragen, Ereigniskarten und -felder lassen den Deutschen schneller vorankommen und mehr Punkte sammeln als den Somali. Die Jury hat die Konsequenz und Detailgenauigkeit der Ausarbeitung beeindruckt. Mehr dazu im obigen Video.

Träume treffen Zukunft

Foto: Plan Deutschland
Das Kinderhilfswerk Plan und drei weitere Partner vergaben jeweils einen Sonderpreis mit dem Titel "Hoffnungsträger". Das Kinderhilfswerk Plan wählte für seinen Sonderpreis die Solinger Gemeinschaftsgrundschule Westersburg aus. Schüler der 2a hatten gemeinsam mit Kindern ihrer thailändischen Partner-Schule im Westen Bangkoks ein Kartenspiel mit dem Titel "Zukunftsträume" entwickelt. Die Idee war, spielerisch zu testen, ob und wie sich die Zukunftsträume thailändischer und deutscher Kinder unterscheiden. „Die Mädchen und Jungen haben es auf bemerkenswerte Weise geschafft, ihre Augen für die Welt der Kinder in ihrer Partnerschule zu öffnen. Dabei herausgekommen sind 32 liebevoll gemalte Karten mit Zukunftswünschen von Kindern in Thailand und Deutschland. Das Spiel bietet tolle Denkanstöße und schafft Verständnis füreinander", sagt Maike Röttger, Plan-Geschäftsführerin. „Bemerkenswert fanden wir, dass bei diesem Projekt ein Austausch auf Augenhöhe zwischen den Kindern stattfand. Zudem macht es Spaß, mit den Karten zu spielen. Die Bilder machen neugierig, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen“, erklärt Jens Raygrotzki, der für Plan in der Jury saß. Die Spieler legen die Karten mit der aufgedeckten Traumseite auf den Tisch. Dann müssen sie erraten, ob es sich um den Traum eines deutschen oder thailändischen Kindes handelt. Ob die Antwort stimmt, erfährt man, wenn man die Karte umdreht. Auf der Rückseite sind die entsprechenden Fahnen aufgezeichnet. In der Anleitung sind außerdem zwei weitere Varianten aufgeführt. Plan war erstmals Partner des Schulwettbewerbs und lieferte Materialien zu den Themen "Kinderrechte", "Lebenswelten von Mädchen", "Mädchenfußball" und "Klimawandel".

Links rund um das Thema:


Dir gefällt der Artikel? Dann unterstütze uns. Empfiehle den Beitrag Deinen Freunden und klicke auf das Werbebanner. Pro Klick verdienen wir einige Cents. Vielen Dank.

Werbung

Du kannst diesen Artikel nicht mehr kommentieren.

Online-Spiele:

Jenga, Kniffel, Mastermind, Schach, Vier gewinnt und Tangram. Mehr Spiele findest Du auf der Übersichts-Seite.
 
 

Aktion: