Ein Meer an Spielen

Leinen los: Mit der Seefahrer-Erweiterung segeln die Siedler von Catan zu neuen Ufern. Neben dem Klassiker gibt’s zahlreiche weitere Spiele rund ums Wasser. Wir stellen drei empfehlenswerte vor. Foto: Sebastian Wenzel/zuspieler.de
Die richtigen Gesellschaftsspiele machen Lust auf Meer. Im Kinderzimmer tobt damit plötzlich eine Krake, über den Küchentisch schippern Schiffe und in der guten Stube brüllen Fischhändler.

Jedes Jahr dampft eine Flotte aus über 600 neuen Brett- und Kartenspielen Richtung Deutschland. Sie ankert in den Regalen der Kaufhäuser und präsentiert sich dort der Kundschaft. Leider sind viele der Werke Schrottkähne. Wer mit ihnen Spaß erleben will, kentert. Zum Glück gibt’s auch Luxusliner. Sie verwöhnen Käufer mit packenden Mechanismen sowie hochwertigem Material. Wir stellen drei Edeldampfer vor, mit denen die Zeit wie im Fluge, pardon wie auf dem Schiffe, vergeht.

Für Kinder: Krakenalarm

Foto: Kosmos
Kinder lieben Abenteuer. Ihre Fantasie verwandelt Pfützen in die Südsee. In der Badewanne kämpfen sie an der Seite ihres Quietscheentchens gegen Ungeheuer. Und an Fasching schlüpfen sie in Piratenkostüme. Genau aus diesem Grund haben die Kleinen mit Krakenalarm großen Spaß

Darum geht’s: Die Nachwuchsforscher segeln mit der MS Guck durchs Korallenmeer. Auf ihrer Expedition suchen sie Plättchen mit exotischen Krebsen, Seepferdchen und Schildkröten. Wer die meisten Tiere sammelt, gewinnt. Doch aufgepasst: Das Krakenkind Kuno ist ausgebüxt und tummelt sich im Ozean. Papa Krake will seinen Sprössling wieder einfangen und hat damit alle Arme voll zu tun. Er fuchtelt mit seinen Tentakeln. Hoffentlich bringt er das Forschungsschiff nicht zum Kentern. Wenn doch, verlieren die Spieler den für die Reise wertvollen Proviant. Sind alle Vorräte eines Spielers gesunken, scheidet er aus.

Darum macht’s Spaß: Normalerweise verlieren Kinder ungern. Sie schreien und heulen sobald eine Niederlage naht. Bei Krakenalarm tobt in der Regel nur einer: Papa Krake. Es ist schlecht für die Spieler, wenn er seine Tentakel schwingt. Es droht ein Proviantverlust. Den Kindern ist das egal. Sie starren fasziniert auf seinen Arm – eine orangene Kugel, die an einem Seil baumelt. Trifft der Ball das Kipp-Schiff, sinkt es. Trifft er es erneut, richtet es sich wieder auf. Krakenalarm ist eine Mischung aus Memo- und Aktionsspiel. Und da auf dem Spielplan nur 16 verdeckte Plättchen liegen, haben auch Erwachsene eine Chance gegen kleinen Forscher.

  • Verlag: Kosmos
  • Autor: Oliver Igelhaut
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 5 Jahren
  • Dauer: etwa 20 Minuten
  • Preis: etwa 20 Euro
Für Familien: Fangfrisch

Foto: Queen Games

Jeden Sonntag schreien auf dem Hamburger Fischmarkt 300 Händler um die Wette. Sie schmeißen sich Beleidigungen, Flüche und Aale an den Kopf. Der Klamauk begeistert Einheimische und Touristen. Wer auch unter der Woche auf das Spektakel nicht verzichten will, ist bei Fangfrisch richtig.

Darum geht’s: Die Spieler feilschen um Krebse, Flundern und Hummer. Der aktive Markschreier versteigert ein Fischpaket für zehn Euro – egal welche und wie viele Delikatessen darin enthalten sind. Erst offeriert er eine Karte, dann zwei, drei, vier und irgendwann klingelt’s. Wer im richtigen Moment auf die Glocke in der Tischmitte haut, darf sich freuen. Er erhält den Zuschlag. Die gekaufte Ware lagert der Auktionsgewinner in drei Kisten, um sie später zu verkaufen. Dabei gilt es Ordnung zu halten. In jeder Kiste darf nur eine Fischsorte liegen. Unpassende Karten wandern in den Müll und bringen am Ende Minuspunkte.

Darum macht’s Spaß: Fangfrisch ist wie der Hamburger Fischmarkt: laut, unterhaltsam und amüsant. Besonders viel Freude macht’s – genau wie im richtigen Leben – seinen Konkurrenten ein lukratives Angebot vor der Nase wegzuschnappen. Wer stets den richtigen Moment verpasst um zuzuschlagen, sollte in Altona vorbeischauen. Die Händler dort verraten bestimmt gerne Tricks für die nächste Runde.

  • Verlag: Queen Games
  • Autor: Andreas Pelikan
  • Spieler: 3 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: etwa 45 Minuten
  • Preis: etwa 15 Euro
Für Spielekenner: Die Speicherstadt

Foto: eggertspiele
Sie ist eine der Touristenattraktionen Hamburgs: uralt aber wunderschön. Besucher aus aller Welt ergötzen sich an ihr. Wo heute Touristen schlendern, schufteten früher Lagerarbeiter. Sie löschten Schiffe und stapelten Waren in Kontoren. Willkommen im 19. Jahrhundert, willkommen in der Speicherstadt, willkommen im gleichnamigen Spiel.

Darum geht’s: Die Spieler schachern um exotische Handelgüter aus fernen Kolonien. Wer Kaffee, Safran oder Teppiche billig ein- und teuer verkauft, ist im Vorteil. Je größer der Gewinn, desto bessere Anschaffungen sind später möglich. Ein neues Lager fasst bis zu vier Waren. Die Bank erhöht das Einkommen. Die Fluss-Schifferkirche bringt ihrem Besitzer Siegpunkte – und nur auf die kommt es am Ende an. Wer Aufträge erfüllt, punktet ebenfalls. Dazu muss man die richtigen Waren erwerben und an den Auftraggeber liefern. Gar nicht so einfach, wenn die Mitspieler dieselben Waren benötigen.

Darum macht’s Spaß: In der Speicherstadt verwalten die Spieler den Mangel. Es gibt viele Karten, aber nur wenig Geld um sie zu kaufen. Was tun? Die Suche nach der Antwort macht zum einen den Reiz des Strategiespiels aus. Zum anderen fasziniert die Interaktion zwischen den Spielern: Wer seine Arbeiter geschickt platziert, treibt den Preis von Waren und Gebäuden für seine Konkurrenten in die Höhe und gleichzeitig Schweißperlen auf die Stirn seiner Gegner.

  • Verlag: eggertspiele
  • Autor: Stefan Feld
  • Spieler: 2 bis 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: etwa 45 Minuten
  • Preis: etwa 20 Euro

Der Artikel erschien zuerst in Watt Loppt, Mitarbeitermagazin der Hamburger Hafen und Logistik AG.


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