Ein Gefühl, zwei Gesichter

Wann ist der richtige Zeitpunkt beim Würfelspiel Zehntausend aufzuhören? Die Spieler befinden sich in einem ständigen Dilemma. Foto: complize/photocase.com

Der Verlag michason & may hat sich einiges vorgenommen. Er will für mehr spannende und innovative Bücher in Deutschland sorgen. Um dieses Ziel zu erreichen, fahndet der Verlagsgründer Peter Koebel "nach unbekannten Schreibtalenten, die jenseits der üblichen Muster etwas zu sagen haben". Ob seine Suche erfolgtreich ist, wird die Zukunft zeigen.

Im Sommer veranstaltete michason & may einen Wettbewerb zum Thema Gier. Das Ergebnis wird diese Woche auf der Buchmesse in Frankfurt präsentiert: die "Anthology der Gier". Auf 64 Seiten finden Leser dort die Gedanken und Assoziatinen von 40 unterschiedliche Künstlern. Krimi trifft Kurzroman und Gedichte flirten mit Fotokunst. Auch zuspieler.de beteiligte sich an den Wettbewerb und schaffte es mit dem Text "Süße Versuchung" in das Buch.

Gier nach mehr

Ursprüngliche Idee war es, die Leser mit ihrer eigenen Gier zu konfrontieren. Sie sollten anhand des Spiels "Zehn Tausender“ die zwei Gesichter dieses Gefühls erleben. Diese Plan passte allerdings nicht in das Gesamtkonzept des Buches. So hat es nur der folgende Einleitungstext zum Spiel in die Ausgabe geschafft:

"Gier treibt an. Sie motiviert für das große Ziel. Das Mehr an Glück, Geld oder Geist. Sie lässt uns keine Atempause. „Du schaffst es“, säuselt sie ständig. Das stimuliert. Kickt. Und irgendwann kommen wir tatsächlich an in unserem besseren Leben. Gier sei Dank.

Gier stürzt ins Verderben. Sie verführt uns mit Träumen. „Nur noch dieses eine Mal“, wispert sie ununterbrochen. Selbst wenn alles klappt, ist sie unzufrieden. Sie flüstert: „Das kannst Du noch besser“. Hetzt uns weiter. Bis wir fallen. Und irgendwann sind wir am Boden – zerstört. Die Gier wäscht sich ihre Hände in Unschuld und sucht sich ihr nächstes Opfer."

Für alle zuspieler.de-Leser, hier exklusiv wie es ursprüngliche weiterging:

“Eine Eigenschaft, zwei Gesichter. Nirgends präsentieren die sich besser als beim Würfelspiel „Zehn Tausender“. Die Spieler taumeln von einem Dilemma zum nächsten. Wer seine Gier nicht bändigt, verliert alles. Wer sie unterdrückt, versagt garantiert – genau wie im richtigen Leben. Das wusste bereits der Autor Frederic Vester. Er sagte: „Spielen ist die einzige Art, richtig verstehen zu lernen.“ Viel Spaß dabei.”

Es folgte die Anleitung des Spiels Zehn Tausend und eine Illustration der Punktewertung.

Übrigens: Fast noch besser greifbar wird die Entscheidung zwischen “Aufhören” oder “Weiterwürfeln” bei dem Spiel “Can’t Stop” von Sid Sackson, das allerdings urheberrechtlich geschützt ist.

Tipps zum Weiterlesen und -spielen:


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