Ein echter Höhepunkt

Foto: Rebel.pl/Heidelberger Spieleverlag

Der Tod trägt weiß. Auf dem K2, dem zweithöchsten Berg der Erde, bedrohen Schneestürme, Gletscherspalten und Lawinen das Leben der Gipfelstürmer. Das gilt auch im gleichnamigen Brettspiel. Hier bangen nicht Menschen, sondern Holzfiguren um ihre Existenz.

Die Vergangenheit ist beliebt. Das Mittelalter verkauft sich fast immer. Burgen, Ritter und Prinzessinnen faszinieren die Menschen. Auch Fantasiewelten sind gefragt. Drachen, Hexen und Magier lassen die Kassen klingeln. Die Gegenwart hat es als Thema bei Gesellschaftsspielen dagegen schwer. Wer will schon nach Feierabend den Büroalltag nachspielen oder in die Haut eines Müllmanns schlüpfen? Trotzdem gibt es hin und wieder Brettspiele mit einem aktuellen Thema, die alles andere als langweilig sind. K2 von Adam Kaluza ist so ein Spiel.

Jeder Spieler startet mit zwei Holzfiguren im Basislager in etwa 5.000 Metern Höhe. Das Ziel ist der Gipfel, nicht der Weg. „Oberhalb von 5.500 Metern ist eine vollständige Anpassung an den Sauerstoffmangel nicht möglich. Es kommt zu einem kontinuierlichen Abbau der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit“, warnt die Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin (Bexmed) im Internet. Darunter leiden auch die Spieler, genauer gesagt ihre Figuren. Kraxeln diese zu schnell Richtung Gipfel, dreht sich die Spielwelt in ihrem Holzkopf, Gedanken verschwimmen, der Verstand spielt verrückt. Schlimmstenfalls stürzen sie ab – und sterben. Ein Unglück, das Mann und Frau vermeiden sollten. Der Tod eines Bergsteigers kostet wertvolle Siegpunkte.

Kräfte sammeln für die Todeszone

Foto: Rebel.pl/Heidelberger Spieleverlag
Jeder Spieler startet mit sechs Handkarten. Darauf befinden sich entweder grüne Bewegungs- oder blaue Akklimatisierungspunkte. Je nachdem welche Karten die Spieler auf den Tisch legen, klettern ihre Bergsteiger in die Höhe oder gewöhnen sich an die dünne Luft. Anfangs gleicht der Aufstieg einem Spaziergang. In der Nähe des Basislagers gewinnen die Holzfiguren am Ende jeder Runde automatisch Akklimatisierungspunkte hinzu. Um ein Feld zu betreten, benötigen sie lediglich einen Bewegungspunkt. Je höher die Figuren emporsteigen, desto beschwerlicher wird der Weg. Ab 7.500 Metern beginnt die Todeszone. „Hier droht ein akuter Kräfteverfall. Es ist nur ein kurzer Aufenthalt möglich“, warnt die Bexmed. Im Spiel zeigt sich das dadurch, dass die Pöppel am Ende jeder Runde mindestens zwei Akklimatisierungspunkte verlieren. Den Aufstieg sollten nur Figuren wagen, die viele Aklimatisierungspunkte gesammelt haben und zwei, drei oder mehr Runden in der Höhe überleben.

Foto: Rebel.pl/Heidelberger Spieleverlag
Erschwerend hinzu kommt das Wetter. Wenn die Spieler Glück haben, scheint die Sonne vom Himmel. Haben sie Pech, bläst ein eisiger Wind, Eisregen tropft aus dunklen Wolken und die Temperaturen sinken. Kälte und der Sauerstoffmangel erhöhen das Risiko auf dem ohnehin schon schmalen Grat zwischen Erfolg und Scheitern. Es gilt – im Spiel wie im echten Leben– den perfekten Moment für die Gipfelbesteigung abzupassen. Das Problem: Auf dem Spielbrett sind mehrere Expeditionen unterwegs. Wenn es aufklart, machen sich in der Regel gleich mehrere auf den Weg. Es wird es eng, denn ab 8000 Metern darf auf jedem Feld nur ein Bergsteiger stoppen.

Wer trotzdem den K2 trotzdem bewzingt, darf sich über zehn Siegpunkte freuen – vorausgesetzt, der Bergsteiger überlebt den Abstieg. Gar nicht so einfach, wenn Konkurrenten die tieferliegenden Felder blockieren. Aber selbst falls ein Bergsteiger stirbt, muss niemand seine Siegchancen unter einer Schneelawine begraben. Auch mit einem Bergsteiger ist der Triumph am Ende noch möglich.

Fazit

Bei K2 bibbern die Spieler nicht vor Kälte, aber um ihre Holzfiguren. Überleben sie die 18 Spielrunden? Wann ist der perfekte Moment für den Aufstieg gekommen? Wie blockiere ich die Mitspieler am Geschicktesten? Das Spiel begeistert mit einem außergewöhnlichen Thema, einem packenden Spielmechanismus und der richtigen Portion Glück. Die Anleitung ist übersichtlich. Fotos illustrieren den Text und verdeutlichen Regeln. Wer keine Mitspieler an der Hand hat, kann alleine auf den K2 kraxeln. Je nach erreichter Punkzahl ist er dann ein Tourist, Alpinist oder gar Himalaja-Bezwinger. Egal ob alleine oder in einer Gruppe: Wer den K2 mühelos bezwingt, kann den Schwierigkeitsgrad des Spiels erhöhen, zum Beispiel indem er den Aufstieg nicht im Sommer, sondern im Winter versucht – noch mehr Stürme und Nervenkitzel sind garantiert. Und wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat, der kann sich im folgenden Video ja schon mal anschauen, auf welcher Route er den K2 am besten im echten Leben bezwingt.

K2

  • Spieler: eine bis fünf Personen ab acht Jahren
  • Dauer: etwa 60 Minuten
  • Preis: etwa 30 Euro
  • Autor: Adam Kaluza
  • Grafik: Jarek Nocon
  • Verlag: Rebel.Pl/Heidelberger Spieleverlag

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