Durchstarten mit Startnext

Foto: Franz Pfluegl, fotolia.com
"Omertà -Clan ohne Plan" hieß das erste Gesellschaftsspiel, das über die Schwarmfinanzierungsplattform Startnext realisiert wurde. Nun wollen andere Spieleprojekte nachziehen. Gleich mehrere werben momentan um die Gunst und das Geld der Nutzer. Wir stellen sie vor.

Steam Noir – Revolution

Das Kartenspiel „Steam Noir – Revolution“ ist in der Steampunk-Welt der Comicserie „Steam Noir“ angesiedelt und gewann 2013 den zweiten Platz beim Hippodice-Autorenwettbewerb. In dem Spiel betreiben fünf Bevölkerungsgruppen den Sturz Kaiser Julians. Drei bis fünf Spieler spielen gleichzeitig Karten für diese Bevölkerungsgruppen aus, wobei jeder versucht, für eine bestimmte Fraktion die meisten Punkte zu sammeln. Dies geschieht zum Einen durch Karten, die nach jeder Runde zur Wertung gelegt werden, zum anderen durch Revolutionsmarker, die die Spieler zusätzlich erhalten.

"Spannung entsteht dadurch, dass die jeweilige Gruppe, für die jeder Spieler spielt, vor den Mitspielern geheim ist – erst am Ende wird aufgedeckt, zu welcher Gruppe die Revolutionsmarker jedes Spielers hinzuaddiert werden. Ein weiterer Kick besteht darin, dass auch der Kaiser mitmischt. Jeder Spieler kann einzelne Karten als Verräter spielen und damit den Kaiser stärken sowie andere Fraktionen schwächen. Geschieht das zu oft, schlägt am Ende des Spiels der Kaiser die Revolution nieder – und es gewinnt derjenige Spieler, dessen Gruppe am wenigsten Punkte gesammelt hat", schreibt der Autor Daniel Danzer auf Startnext.

Wir haben ihn auf der Spielwarenmesse in Nürnberg getroffen und ihn gefragt, warum es keine Bonusziele bei der Finanzierung gibt und wieso sich kein Verlag für das Spiel interessiert hat

Das Laybrinth des Pharao

Das zweite Projekt, das momentan auf Startnext läuft, ist von Mark Sienholz. Er ist Chef der Krimsus Krimskrams-Kiste. Sein Spiel heißt "Das Labyrinth des Pharao". Die Teilnehmer übernehmen die Rolle von Grabräubern, die in der von ihnen entdeckten Pyramide soweit wie möglich vordringen und die verborgenen Schätze finden wollen. "Jeder Spieler hat vor sich eine Pyramide mit einem 5×5 Raster und 28 Gangplättchen. Pro Runde wird ein Plättchen zufällig bestimmt, das alle auf ihrem Spielplan ablegen müssen. Ziel des Spiels ist es, mit seinen Gangplättchen – beginnend an einem der Eingänge – einen möglichst langen Gang im Inneren der Pyramide zu bilden. Zusätzlich können die Spieler Schatzsteine in bestimmten Teilen der Plättchen platzieren", heißt es auf der Projektseite

Kleine Helden

“Kleine Helden – das Kartenspiel (2.Edition)” ist für all jene gedacht, die erst durch die Spiele „Kleine Helden 2 – Verstärkung“ oder „Kleine Helden – Schurken & Halunken“ auf unsere Spiele aufmerksam geworden sind und denen der erste Teil noch fehlt.
Aber auch für diejenigen, die den ersten Teil von damals bereits besitzen, ist die zweite Edition aufgrund der neuen Karten, Artworks und Regelüberarbeitung eine Anschaffung wert.

Jassen

Das Landjäger Magazin hat in Zusammenarbeit mit vier Illustratoren den Jassen-Karten ein neues Design verpasst. Neben einer Dschungelsafari und Zirkusakrobaten gibt es wilden Herzflorawesen und geheimnisvolle Trachtenträger zu entdecken. Schelle, Laub, Herz und Eichel wurden illustriert von Florian Bayer, Fabienne Feltus, Katharina Ralser und Marco Wagner. Und damit die Nutzer in Stimmung kommen, haben die Macher sogar ein Lied zu den Karten aufgenommen.

Code-Quartet

Der Systemadministrator Johann Weiher hat ein Code-Quartett entwickelt. Sein Ziel: „Der ewige Kampf um die Galaxis muss beendet werden. Welche ist nun die beste Programmiersprache? Finde es heraus.“

zuspieler.tv

Auch zuspieler.de plant übrigens ein Crowdfunding-Projekt. Mehr dazu demnächst unter www.zuspieler.tv. Seid gespannt.


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Winterwanderung

Hier noch der Hinweis auf eine Startnext-Kampagne, die nichts mit Spielen zu tun hat: Ein Journalistenkollege von Sebastian Wenzel wandert im Moment durch Deutschland und schreibt ein Buch darüber. Er heißt Sebastian Christ und war als Redakteur für stern.de und das Handelsblatt tätig, seine Reportagen erschienen darüber hinaus auch in der Zeit und bei Spiegel Online. „Es soll ein Stück literarischer Journalismus werden. Kein Almanach, der die nötigen Zahlen liefert. Sondern eine Erzählung, die verstehen hilft. Eine Entdeckungsreise im Winter. Warum gerade dann? Weil die größten Geheimnisse dann zu entdecken sind, wenn niemand hinschaut“, schreibt Sebastian Christ auf Startnext.


Links rund um das Thema:


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7 Kommentare zu “Durchstarten mit Startnext

  1. Hui – voll das hektische Interview – typisches Messe-Adrenalin. Und ich rede mich fast um Kopf und Kragen.

    Sehr schön aber, dass sich doch vermehrt Spieleprojekte auf startnext tummeln. Das wird auch ein Thema bei der Spieleautorentagung nächste Woche sein.

    Kleines Update am Rande: “Steam Noir: Revolution” hat gestern den 2. Platz beim Hippodice Spieleautorenwettbewerb belegt. Die Jury bestand fast ausschließlich aus Spiele-Redakteuren 😉

  2. Was heißt denn Spieleschmiede ist unheimlich erfolgreich? Haben die nicht “erst” 2 Projekte finanziert? Startnext spielt in Deutschland da doch in einer ganz anderen Liga.

  3. Hallo Martin,

    die Spieleschmiede hat bisher drei Projekte erfolgreich finanziert. “Express 01” mit etwa 38.681 Euro, “Bankraub” mit 29.247 Euro und die Lokalisierung von “12 Realms” mit 39.912 Euro. Im Moment läuft das vierte Projekt. Mehr dazu unter https://www.spiele-offensive.de/Spieleschmiede

    Die Spieleschmiede ist – was den Gesamtumsatz angeht – im Vergleich zu Startnext eine kleine Plattform. Richtig. Aber für Gesellschaftsspiele wurde auf der Spieleschmiede bisher mehr Geld gesammelt als auf Startnext.

    Grüße
    Sebastian

  4. Äh – ich schon wieder.
    Nach 4 Tagen haben wir die Zielsumme erreicht – das Modell Crowdfunding setzt sich offenbar immer mehr durch. 🙂
    Kleiner Hinweis in eigener Sache: Wie im Interview bereits erwähnt, gibt es nach der Kampagne keinen weiteren, regulären Vertrieb. Wer sich für das Spiel interessiert, sollte in den nächsten Wochen vorbeischauen und gegebenenfalls “zuschlagen”. Danach kann man das Spiel nur bei den wenigen Händlern erhalten, die uns direkt unterstützt haben – momentan sind das zwei, Planet Harry in Wien, und Philibert in Strasbourg.
    Danke an alle, die uns unterstützt haben und uns noch unterstützen werden!
    Daniel

  5. Ein weiteres Projekt, konkret für Vielspieler:
    http://www.startnext.de/domus-domini
    Domus Domini von Heinz-Georg Thiemann (Planet Steam), illustriert von Franz Vohwinkel. Starter ist der Franjos Verlag, der mit dieser Art Spielen eher weniger verbunden wird, nun aber diesen Schritt wagen möchte. Interessant, wie sich das entwickelt auf startnext.

Online-Spiele:

Jenga, Kniffel, Mastermind, Schach, Vier gewinnt und Tangram. Mehr Spiele findest Du auf der Übersichts-Seite.
 
 

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