Die Chroniken von Catan

Die Siedler von Catan gibt es auch als Roman. Foto: Bastei Lübbe/Dr. Marcus Gossler, Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported. Montage: Sebastian Wenzel.

Rebecca Gablé, 1964 in einer Kleinstadt am Niederrhein geboren, ist vor allem für ihre mittelalterlichen Romane bekannt. Nach einem Studium der Literatur und Mediävistik in Düsseldorf arbeitete sie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin. Doch schon bald widmete sie sich ganz dem Schreiben. Ihr Erstling „Jagdfieber“ erschien 1995. Im selben Jahr kam auch Klaus Teubers Spiel Die Siedler von Catan auf den Markt. Acht Jahre später setzte die Autorin diesen ungewöhnlichen Stoff in ihrem historischen Roman „Die Siedler von Catan“ um, der 2003 im Verlag Bastei Lübbe erschien.

zuspieler.de veröffentlicht ein Interview, das Christina Helmin von der Verlagsgruppe Lübbe mit der Autorin führte. Darin verrät sie, was das Besondere an dem Projekt war, wie die Zusammenarbeit mit Klaus Teuber funktionierte und inwieweit in der Romanhandlung noch das Spiel zu erkennen ist.

Die Siedler von Catan sind seit Jahren ein Verkaufsschlager. Wie ist die Idee entstanden, dass Sie eine Geschichte um das Spiel herum schreiben?
Die Initiative ging von Klaus Teuber aus. Er hatte schon länger mit der Idee eines Siedler- Romans gespielt und hatte auch schon recht klare Vorstellungen: Ein historischer Roman sollte es sein, keine Fantasy-Geschichte. Nachdem er meinen Roman „Das Lächeln der Fortuna“ gelesen hatte, kontaktierte er mich auf der Frankfurter Buchmesse 2000 und trug mir das Projekt an.

Sind Sie ein großer Catan-Fan oder was hat Sie bewogen, sich auf dieses Experiment einzulassen?
Catan-Fan bin ich erst, seit ich das Spiel zur Vorbereitung des Romans kennengelernt habe. Inzwischen gehöre auch ich zu den zahllosen Suchtopfern. Was mich ursprünglich bewogen hat, mich auf dieses Wagnis einzulassen, war die Tatsache, dass es im Spiel keine Figuren gibt, ich die Handlung und das Personal also völlig frei entwickeln konnte. Das Besondere an dem Projekt war für mich, dass es ein historischer Roman sein sollte, der keine historischen Ereignisse erzählt. Soll heißen, nicht von Königen und Adligen, die wirklich gelebt haben, sondern von erfundenen Figuren in einem realen historischen Kontext. Von Anfang an waren Klaus Teuber und ich uns einig, dass die Geschichte der Besiedelung einer Insel im Mittelalter nur eine Wikinger-Geschichte sein könne.

Wie sah die Zusammenarbeit mit Catan-Erfinder Klaus Teuber aus?
Ich habe diese Zusammenarbeit als sehr inspirierend empfunden. Klaus Teuber hat den Roman in Abschnitten von etwa 200 Seiten, quasi Häppchenweise, gelesen und so manchen hilfreichen Kommentar abgegeben. Er hat mir, so glaube ich, immer seine ehrliche Meinung gesagt, und manches Mal haben wir heiß diskutiert. Vor allem hat er mir aber den Freiraum gelassen, den jeder Autor braucht, und mir sein großes Werk zur Umsetzung in einen Roman mit großem Vertrauen in die Hände gelegt.

Bislang spielten Ihre historischen Romane vorzugsweise im mittelalterlichen England. Ihr Roman Die Siedler von Catan dagegen beschäftigt sich mit dem Leben der Wikinger in einem nicht genau bezeichneten Zeitraum in einem unbekannten Land. Mussten Sie bei diesem Buch anders arbeiten als bisher?
Mein Grundwissen über die Wikinger war vielleicht geringer als das über das englische Mittelalter, auf der anderen Seite war es in diesem Fall nicht nötig, eine politische Geschichte zu rekonstruieren. Der Arbeitsaufwand war also durchaus vergleichbar. Bei Catan stand vielleicht noch mehr als bei meinen anderen Romanen im Vordergrund, das Alltagsleben der einfachen Leute zu recherchieren. Das ist immer mühsam, aber kaum etwas anderes finde ich so faszinierend.

Inwieweit ist in der Romanhandlung noch das Spiel zu erkennen?
Viele Motive, die das Spiel zu dem machen, was es ist, finden sich im Roman wieder: Menschen besiedeln eine unbewohnte Insel und bauen sich dort eine neue Existenz auf, versuchen sich materielle Sicherheit und sogar einen gewissen Wohlstand zu schaffen. Rohstoffe wie Bauholz und Erz spielen dabei eine wichtige Rolle. Meine Siedler sind genau wie die Spieler darauf angewiesen, Kompromisse zu schließen und miteinander zu agieren. Und im Roman gibt es einen Schurken, der den Siedler ebenso zu schaffen macht wie die Räuber den Spielern. Mein Ziel war, die Stimmung und den Zauber des Spiels im Roman einzufangen.

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Ein Kommentar zu “Die Chroniken von Catan

  1. Hallo Sebastian,

    es ist schon faszinierend, die Vorgänge zu beobachten. Der Ball wurde inzwischen von Rebecca Gablé zurück gespielt. Der Roman ist zur Vorlage für die Überarbeitung des Kartenspiels (Fürsten von Catan) geworden.

    Eine interessante Brücke in diesem Zusammenspiel ist auch auf den Seite Siedeln.de anzuschauen. Wöchentlich stellt Peter Gustav Bartschat eine Szene aus dem Roman/Kartenspiel über Fotosszenarien mit Playmobilfiguren nach.
    http://www.siedeln.de/phpBB/topic,10031,-pimp-my-fuersten-von-catan–mit-playmobil.html

    Liebe Grüße
    Nils

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