Das Geheimnis von Catan

Die Neugier der Forscherin Sybille Whitehill ist nur schwer zu befriedigen. Von 2002 bis 2004 untersuchte sie die Faszination des Brettspiels "Die Siedler von Catan". Grafik/Foto/Montage: Michael Menzel/Kosmos/Sebastian Wenzel

Sybille Whitehill ist Mitglied in der Internationalen Gesellschaft für Spieleforschung und der Spieleautorenzunft. Sie hat sich einen Namen als Übersetzerin, insbesondere von Spielregeln, gemacht und betreibt seit 2003 professionelle Spielforschung. 2002 bis 2004 hat sie das Phänomen Die Siedler von Catan erforscht. In ihrer Catan-Studie beschreibt sie die Faszination einer spielerischen Kommunikation, die sich mühelos über Länder-, Geschlechts- und Altersgrenzen hinwegsetzt. Die Pressestelle von Kosmos hat Sybille Whitehill zum Interview gebeten.

Wie kommt man auf die Idee, Die Siedler von Catan zu erforschen?
Mich faszinierte, wie Die Siedler von Catan Millionen Menschen zum Spielen anregen und darüber hinaus zur Entwicklung einer ganz eigenen Szene geführt haben. Viele Spieler fühlten sich inspiriert, zum Beispiel eigene Szenarien zu entwickeln. Ich wollte nicht nur genau untersuchen, was sich in dieser Hinsicht alles getan hat, sondern auch verstehen, was gerade dieses Spiel so erfolgreich macht.

Wie haben Sie das angestellt?
In den Jahren 2003 und 2004 führte ich Umfragen in Deutschland und den USA durch. 4.645 Spieler haben die 29 Fragen des Online-Fragebogens beantwortet und detaillierte Auskunft über ihre Beziehung zu Catan und ihre persönlichen Spielgewohnheiten gegeben.

Haben Sie es geschafft, hinter das Geheimnis von Catan zu kommen?
Aus den Aussagen der Teilnehmer an den Umfragen lässt sich schließen, dass es vor allem die ausgewogene Mischung aus Glück und Strategie ist, die dauerhaft begeistert. Bei leichtem Zugang bietet Catan doch eine beachtliche Spieltiefe und Vielfalt. Es wird sozusagen als ein Spiel der 1001 Möglichkeiten wahrgenommen. Sein stark ausgeprägter kommunikativer Charakter kommt bei den Spielern gut an. So wird es ihnen auch nach 15 Jahren und unzähligen Spielpartien nicht langweilig.

Spielen Sie Die Siedler von Catan nach der intensiven Beschäftigung noch gerne oder haben Sie erst einmal genug davon?
Ich spiele es nach wie vor sehr gerne, aber auch viele andere Brettspiele. Von Anfang an hat dieses Spiel wegen seines einfachen Prinzips, das viele Möglichkeiten offenbart, eine große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Diese Faszination hat bis heute angehalten. Ich denke, da geht es mir wie vielen anderen „Siedlern“. Ab und an ertappe ich mich dabei, wie ich andere Spiele an Catan messe. Dabei stelle ich immer wieder fest, wie schwer der Standard zu übertreffen ist, den dieses Spiel gesetzt hat. Das ist jetzt aber überhaupt nicht wissenschaftlich, sondern rein subjektiv.

Ist das Mysterium Catan für Sie nun endgültig aufgeklärt?
Meine Neugier ist generell sehr schwer zu befriedigen. Sie war und ist die stärkste Triebfeder, die mich dazu veranlasst, mich mit solchen Themen zu beschäftigen. Außerdem hat mir dieses Projekt klar gemacht, dass mich der internationale Spiel-Aspekt ganz besonders interessiert. Das Catan-Projekt war da ein guter Einstieg und ein ergiebiges Beispiel. In Zukunft werde ich mich sicherlich verstärkt Themen widmen, wie etwa Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Spielern weltweit, wodurch Spielkulturen in verschiedenen Ländern geprägt sind und inwieweit Spielen zu einem friedlichen und bereichernden Umgang miteinander beiträgt.

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