Agricola: Ein farmtastisches Strategiespiel

"Der Bauern Arbeit ist am fröhlichsten und voller Hoffnung", behauptete Martin Luther. Naja. Von Frohsinn kann bei Agricola keine Rede sein. Die Spieler erweitern in 14 Runden ihren Bauernhof, damit dort zur Endwertung möglichst viele Rinder, Schweine und Schafe leben. Siegpunkte gibt es außerdem für überberstende Getreide- und Gemüselager, renovierte Häuser, gepflügte Äcker und Familiennachwuchs. Von wegen fröhlich. Die Spieler befinden sich in einem ständigen Dilemma. Auf welche Aktionsfelder sollen sie ihre zwei Familienmitglieder, mit denen jeder beginnt, setzen? Das Problem wird dadurch verschärft, dass auf jedem Feld nur ein Stein liegen kann. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst und blockiert seine Gegnern. Außerdem haben die Familienmitglieder in regelmäßigen Abständen Hunger. Sie müssen im Laufe des Spiels sechsmal ernährt werden. Wandert ein Landwirt mit knurrendem Magen in die nächste Runde, gibt das Minuspunkte.

Ganz Unrecht hatte Martin Luther trotzdem nicht. Es gibt bei Agricola zahlreiche Siegstrategien. Große und kleine Anschaffungen verwandeln Rohstoffe in Nahrung. Und wer seine Familienmitglieder in die Lehre schickt und ausbildet, kann mit Spezialfähigkeiten auftrumpfen. Hoffnung auf den Sieg, gibt es bei diesem Strategieknüller genug.

Der Autor Uwe Rosenberg hat mit Agricola zahlreiche Preise gewonnen. 2008 freute er sich über die Auszeichnung "Spiel des Jahres, Sonderpreis komplexes Spie" Im selben Jahr erhielt er den "GoldenGeek 2008: Game of the Year und Gamer’s Game". Ich finde zu Recht. Im Internet sehen die Spieler das ähnlich. Agricola verteidigt auch knapp drei Jahre nach dem Erscheinen einen Spitzenplatz bei den Spielecharts und dem Board Game Rank. Was den Reiz des modernen Klassikers ausmacht und wie er funktioniert, erkläre ich in zwei Videos.

Youtube-Videos dürfen maximal zehn Minuten dauern. Es folgt der zweite Teil der Agricola-Rezension. Viel Spaß damit.

Agricola im zuspieler.de-Test

Interaktion/Kommunikation
einsam bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung0 bewertung0 bewertung0 gemeinsam
Auf jedem Aktionsfeld darf nur ein Familienmitglied stehen. Dadurch kann man Konkurrenten blockieren und zur Verzweiflung treiben. Neben den Kartendecks "Einfach" und "Komplex" gibt es auch "Interaktiv". Dieses erhöht – der Name verrät es schon – den Austausch mit den Mitspielern. Trotzdem ist Agricola auf keinen Fall so kommunikativ wie beispielsweise "Die Siedler von Catan". Es ähnelt in diesem Punkt eher "Caylus" oder "Puerto Rico".
 
Spielmechanismus/Zufallsfaktor
glücklich bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 strategisch
Agricola ist ein Strategiespiel. Lediglich die zufällige Verteilung der Ausbildungs- und kleinen Anschaffungs-Karten zu Beginn ist ein Glücksfaktor. Mit dem im Video beschriebenen Mechanismus, hält sich dieser allerdings in Grenzen.
 
Material/Ausstattung
billig bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung0 bewertung0 edel
Ich habe die erst Version von Agricola. Bei dieser passt die Schachtelaufteilung zum Thema Bauernhof: Sie ist unter aller Sau. 360 Karten, 138 Holz-Scheiben, 54 -Würfel und 57 Pappplättchen sind in zahlreichen Tüten verpackt, ein langer Spielaufbau ist garantiert. In der Neuauflage wurden die farbigen Würfel, die Tiere symbolisieren, durch Holztiere (Animeeples) ersetzt. Die Qualität des Materials entspricht dem heutigen Standard. Die Grafik von Klemens Franz überzeugt mit zahlreichen Details.
 
Anleitung/Regeln
verwirrend bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung0 verständlich
Zwölf Seiten, gefüllt mit verständlichen Regeln. Auf den letzten fünf Seiten empfehle ich allen, die keine guten Augen haben, eine Lupe. Dort werdenin Miniaturschrift (fast) sämtliche Ausbildungskarten und Anschaffungen erklärt. Auf den Rückseiten einiger Bauernhofpläne befinden sich Regelhilfen.
 
Spielspaß/Gesamtnote
ungenügend bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 bewertung1 sehr gut
Ich liebe Agricola. Ich empfehle es allen, die Strategiespiele mögen. Je nach Mitspielerzahl erhälst Du zwei bis drei Stunden Spaß. Durch die zahlreichen Siegstrategien, wird es auch beim erneuten Spielen nicht langweilig. Gelegenheits- oder Wenigspieler sollten die Finger davon lassen, sie sind wahrscheinlich von dem Komplexität überfordert.

Bewertungen der zuspieler.de-Kooperationspartner:

Ludoversum.de
88,5 von 100 Punkten | Stand: 16. Juli 2010

Tipps zum Weiterspielen und -lesen:


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