320 Millionen Euro für Kinderspielzeug

Foto: Julien Tromeur/fotolia.com
Die Deutschen haben im vergangenen Jahr vier Prozent mehr für Baby- und Kleinkindspielzeug ausgegeben als im Vorjahr. Sie schenkten Kindern unter drei Jahren Spielzeug für 320 Millionen Euro. 2009 waren es 308 Millionen Euro. Das gab der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) bekannt.

Renner seien Spielzeuge mit pädagogischem Mehrwert und Bewegungsspielzeuge. Auch das Outdoor-Segment brumme weiter. „Ob Kipperautos zum Schieben, Laufräder oder Bobby Cars – Kinder lieben alles, was sich bewegen lässt“, sagt BVS-Geschäftsführer Willy Fischel. Die Kleinsten können sich laut Fischel auf Weihnachten freuen. „Wenn die Kauflaune bei Eltern und Großeltern anhält, könnte die Branche 2011 wieder mit einem Umsatzplus von mindestens drei Prozent abschließen. Jeder zweite Euro für Baby- und Kleinkindspielzeug wird erst im 4. Quartal ausgegeben.“

Obwohl in 2010 etwa 13.000 Kinder mehr als im Vorjahr geboren wurden, stagnierten die Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren. Aber: Immer weniger Kinder bekommen immer mehr Spielzeug, sagt Fischel: „Für Kinder unter drei Jahren geben die Deutschen – auf alle Geschenkanlässe gerechnet – durchschnittlich 158 Euro im Jahr für Spielzeug aus. Vor sechs Jahren waren es 101 Euro. Damit zeigen die Deutschen, wie wichtig ihnen ihr Nachwuchs ist und nähern sich der Ausgabefreude der französischen und britischen Eltern an.“
Quelle: BVS

“Wunschlos unglücklich”

Das kann man auch anders sehen. Damian Ryschka kommentiert diese Entwicklung in der Oldenburgische Volkszeitung kritisch. Sie schreibt: „ Immer mehr für immer weniger. Das Kind von heute, so scheint’s, muss überglücklich sein. Denn Eltern und Großeltern geben im Durchschnitt immer mehr Geld für Spielzeug aus. Kein Fest, kein Feiertag, an dem Kinder nicht reichlich beschenkt werden.

Der moderne Opa und die aufgeschlossene Mama schenken ja schließlich nicht irgendwas, suggeriert die Spielwarenindustrie. Und so kommen immer mehr Spielwaren mit angeblichen pädagogischen Mehrwert auf den Markt. Mithin haben die Schenker ein gutes Gewissen, wenn es mal wieder ein Wissenscomputer oder ein sprechender Globus sein darf. Doch ist so etwas kindgerecht? Verwirklichen Eltern nicht vielmehr ihren eigenen Ehrgeiz, dem Kind Bildung unterzujubeln anstatt es spielen zu lassen? Ob pädagogisch oder nicht – zu viel Spielzeug schadet in jedem Fall. Reizüberflutung im Kinderzimmer verhindert jede Orientierung und eine wichtige Fähigkeit beim Kind: Wünschen zu können. Und wer wunschlos ist, kann niemals glücklich sein.”

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